Sri Lanka Tag 2: Der erste vollständige Tag in Weligama

Nach einer ersten warmen Nacht haben wir heute recht lange, nämlich bis etwa 10 Uhr Ortszeit geschlafen. Da das aber etwa 5:30 Uhr deutscher Zeit entspricht, war es dann doch wieder nicht so lange…

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Pension mit Ei, Bananen und Ananas sind wir zu einem Erkundungsspaziergang am Strand entlang aufgebrochen. Zuerst sind wir vom Zentrum Weligamas weg und dann in Richtung der Stadt spaziert. Vorbei an vielen bunten Fischerbooten und der ein oder anderen kleinen vorgelagerten Insel kamen wir dann an den Hauptsurfstrand, an dem sich hunderte von Surfern tummelten. Die Surfbretter gibt es dort in praktisch allen Größen und Formen zu leihen, auch wenn der Schwerpunkt ganz klar im Anfängerbereich liegt. Da die Temperaturen aber um die Mittagszeit die 30 Grad Marke erreicht haben und die Sonne erbarmungslos auf uns herab brannte, haben wir auf das Surfen erst einmal verzichtet… was nicht so schwierig war, denn wir waren beide hundemüde. Allerdings durften wir schon herausfinden, dass die Brettmiete pro Stunde sagenhafte 250 Rupien beträgt, was etwa 1,25€ entspricht. Die eigenen Bretter nicht mitzunehmen war also in jedem Fall die richtige Entscheidung.

Fischerboote mit teils interessanten Werbeanstrichen am Strand von Weligama. Das Sonja das Ende der Surfevolution darstellt, habe ich schon länger vermutet…
Es gibt wieder viele Fischerboote, auch wenn sehr viele bei der großen Tsunami an Weihnachten 2004 zerstört wurden.

Anschließend gingen wir in der Stadt noch Wasser (15 Liter) kaufen und Geld am Automaten abholen. Die Gebühren betrugen 450 Rupien, was etwa 2,25€ entspricht. Überrascht hat uns der Höchstbetrag, den man abheben konnte, da dieser einem Gegenwert von 1000€ entspricht, was in einem Land mit recht niedrigem Preisniveau eher untypisch ist.

Auf der Suche nach frischem Obst steuerten wir eine Saftbar an, die einem Schweizer gehört, der auch gerade vor Ort war und uns ein wenig über seinen Laden und die Angestellten erzählt hat. Nebenbei tranken wir noch superleckere frisch gepresste Fruchtsäfte, die wir uns selbst zusammenstellen durften. Ich entschied mich für eine Mischung aus Papaya- und Ananassaft mit einem Schuss Limone. Sonja fügte noch Kokosnuss hinzu. Der Preis von 50 Cent pro Getränk ging mehr als in Ordnung, vor allem wenn man die Arbeit bedenkt alle Früchte frisch zu öffnen und die Mixer, Gläser usw. anschließend wieder zu spülen. Es wurde außerdem streng darauf geachtet, dass nur abgepacktes Eis und Wasser verwendet wurden und nicht etwa – das für europäischen Mägen eher ungeeignete – Leitungswasser.

Sonja mit dem frischen Fruchtsaft. Im Hintergrund der einheimische Mitarbeiter und der Schweizer Besitzer. Das Obst ist nicht nur Deko, sondern wurde frisch von der Theke weg verarbeitet.

Anschließend haben wir uns ein wenig ausgeruht und Sonja wollte anschließend unbedingt noch eine Stunde surfen gehen. Ich bin mit ihr an den Surfspot spaziert und habe zugesehen, wie sie doch recht viele Wellen „erwischt“ hat, obwohl es noch einmal voller als am Morgen war. Als dann die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es sehr schnell dunkel und wir erreichten in der letzten Dämmerung unser Hostel. Die Dusche bietet nur „kaltes“ Wasser, was aber völlig ok ist, denn kalt bedeutet eben auch dabei etwa 30 Grad Celsius.

Da wir am nächsten Morgen zu einer Tour verabredet waren, ging es dann auch schnell ins Bett.

Sri Lanka wir kommen…

Nach drei sehr anstrengenden und ereignisreichen Tagen in Deutschland, die nicht nur vom Wäschewaschen, sondern auch von einigen „Bonusaktivitäten“ geprägt waren, ging es am 1. Februar gegen 16 Uhr zum Bahnhof nach Euskirchen und von dort wieder per Zug zum Flughafen über Köln nach Düsseldorf. Auch dieses Mal haben Sonjas Eltern den Taxiservice übernommen.

Überhaupt können wir extrem dankbar sein, dass wir mit unseren Eltern, Freunden und Verwandten bei unseren kurzen Aufenthalten in Deutschland immer eine wahnsinnig tolle Unterstützung erhalten, die vieles erleichtert und manches erst möglich macht. An dieser Stelle dafür ein großes Danke an alle, die uns tatkräftig unterstützen!

Obwohl wir bereits online eingecheckt hatten, war am Schalter von Emirates eine lange Schlange zur Kofferabgabe. Dennoch hatte ich wieder Glück, und die nette Dame am Schalter organisierte erneut einen Notausgangsitzplatz für mich, diesmal allerdings ohne Sonja in meiner Nähe für den Flug von Düsseldorf nach Dubai. Zum ersten Mal flogen wir dabei auch im A380, dem doppelstöckigen Riesenflieger. Wenn man dann im Flugzeug ist, bemerkt man außer den zehn Sitzreihen nebeneinander nicht sehr viele Unterschiede zu kleineren Flugzeugen, wenn man von den deutlich geräumigeren Toiletten einmal absieht.

In Dubai angekommen, empfingen uns praktisch alle Angestellten des Flughafens mit Gesichtsmasken, mit denen sie sich vor dem Corona Virus schützen wollen. Das war schon etwas befremdlich, aber auch verständlich. Auch in Dubai fand sich ein netter Airlinemitarbeiter, der den Sitzplatz am Notausgang zusammen mit Sonja möglich machte. Dieser Flug von Dubai nach Colombo fand dann mit einer Boing 777-300 statt, also schon fast ein Zwerg im Vergleich zum A380.

Ein Blick auf das Entertainment und Informationssystem im Flugzeug.

Insgesamt war festzustellen, dass der Service bei Emirates wirklich hervorragend ist. Die Mitarbeiter sind alle extrem freundlich und bemüht.

Als wir dann am Abend des 2. Februars in Colombo eintrafen, erwarteten uns schwülwarme 30 Grad Celsius… Endlich wieder richtig warm!

Am Flughafen standen direkt am Ausgang des Flugzeugs noch vor der Passkontrolle Sicherheitsmitarbeiter und Militärs, ebenfalls mit Mundschutz ausgerüstet, bereit. Zudem wurde mit einer Wärmebildkamera die Körpertemperatur aller Passagiere überprüft. Inwiefern es sich dabei um sinnvolle Maßnahmen handelt, sei mal dahingestellt, denn das Virus scheint sich ja auch schon zu übertragen, ohne dass Krankheitssymptome auftreten. In klimatisierten Flugzeugen ist ein Schutz ohnehin schwierig, denn jegliches Essen oder Trinken wäre dann während des Fluges unmöglich, was schlicht nicht praktikabel ist. Wir hoffen also auf unser Glück und ein intaktes Immunsystem.

Am Flughafenausgang erwartete uns bereits der über unsere erste Unterkunft organisierte Fahrer mit einem „Welcome to Sri Lanka“-Namensschild. Dann ging es in einem individuell gestalteten Toyota Prius mit Megaspoiler in den Süden der Insel nach Weligama.

Unser schüchterner Fahrer mit dem selbstdesignten Auto.

Dort erwartete uns nach dreistündiger Fahrt unser Gastgeber, und wir haben lediglich noch das Nötigste aus den Koffern ausgeräumt und sind dann hundemüde ins Bett gefallen. Allerdings wurden wir mitten in der Nacht natürlich wieder wach, was der Zeitumstellung geschuldet ist. In Sri Lanka sind wir 4,5 Stunden weiter, was die Uhrzeit angeht.

I am stoked! – Heute erwischte ich die höchste Welle meines Lebens

Heute morgen wurden wir gegen 8 Uhr von einem strahlend blauen Himmel geweckt. Es war mit 12 Grad noch etwas frisch, so dass wir dann einfach noch ein bisschen im Bettchen unter unserem Panoramadachfenster liegen geblieben sind und Pläne geschmiedet haben. Gegen 9.30 h zog ich meine Laufklamotten an, und ging eine halbe Stunde am Strand entlang joggen, um mich aufzuwärmen, und um Ausschau nach den Wellen zu halten, im Fachjargon „Wellencheck machen“. Dieser fiel gut aus, so dass ich sofort zum Campingplatz zurücklief und meinen Neoprenanzug überzog. So langsam hatte die Sonne auch richtig Kraft, so dass es sich echt warm anfühlte. Marc wollte mich heute bei meiner morgendlichen Surfsession noch einmal begleiten und Fotos machen. Meine Wellenausbeute war sehr gut, besser als oft am Atlantik, dessen Wellen man ja eine gute Qualität nachsagt. Beim Rauspaddeln (raus bedeutet hier aufs Meer hinaus!) zog mich in Strandnähe eine starke Seitwärtsströmung Richtung Norden, so dass ich versuchte, mit den Füßen den Boden zu spüren, um mich mit meinen Füßen im Sandboden „festzuankern“. So konnte ich ein Stück weiter ins Meer hinaus gehen, anstatt zu paddeln, um ein weiteres Abtreiben zu verhindern. Als ich die nächste Sandbank in 20 Meter Entfernung vom Strand erreichte, konnte ich von dort aus weiter paddeln. Hinter dieser Brechungslinie ließ auch die Strömung nach, so dass ich auf einer Stelle bleiben konnte. Das Wasser hat 15 Grad, was sich gar nicht so kalt anfühlt. Beim Paddeln wird einem ja auch warm, und die Sonne tat ihr übriges. Außerdem habe ich ja seit ein paar Wochen einen neuen Neoprenanzug, der innen gefüttert ist und so die Körpertemperatur gut hält, weil kein Wasser durchläuft. Eine gute Neuanschaffung!

In der halben Stunde, während der Marc am Strand stand, hat er wie immer gute Schnappschüsse von mir gemacht. Im richtigen Moment, wenn ich eine gute Figur in der Welle machte! Vielen Dank an meinen Starfotografen!

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Hier gleite ich am grünen Wellenkamm die kleine Welle entlang, immer weiter, gefühlt endlos…..und es fühlt sich immer wieder berauschend an, auf der Welle zu schweben…..

Nach einer warmen Dusche gab es dann gegen Mittag unser lang ersehntes Frühstück, ein Megaobstteller und danach eine spanische Tortilla, ein Kartoffelomelette mit Pilzen, Käse und Chorizo. Nach dem Frühstück unternahmen wir dann einen kleinen Strandspaziergang über die Strandpromenade in Richtung Supermarkt, um noch einige Vorräte zu besorgen. Nachmittags wurde es immer wärmer.

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Tagsüber hatten wir wirklich 23 Grad (links unten), dagegen rechts im Bild die Temperatur von Deutschland bzw. bei uns die Kühlschranktemperatur!😁😎

Auf dem Rückweg am Strand entlang beobachteten wir zwei einheimische Surfer, wie sie in den Wellen herumtollten. Da bekam ich sofort Lust auf eine zweite Surfsession am Nachmittag. Bei diesen sommerlichen Temperaturen war es auch echt keine Überwindung, noch einmal ins kühle Nass zu springen. Diesmal ging ich alleine Richtung Beach. Die Wellen wurden immer größer, allerdings habe ich hier gelernt, dass die Mittelmeerwellen nicht so brutal sind und man keine Angst vor der Höhe haben muss. So lag ich auf meinem Brett und sah einen Megabrecher von ca. 2 Metern auf mich zurollen, was blieb mir? Die Welle nehmen oder ihr entgegen paddeln, um über sie hinweg zu kommen und sie unter sich durchlaufen zu lassen. Ersteres ist Zielführender.

So drehte ich die Surfbrettnase Richtung Strand und begab mich in Startposition: Auf dem Bauch liegend schräg in Richtung Strand paddeln und warten, bis die Welle das Heck vom Surfbrett leicht anhebt, dann noch zwei weitere Paddelschläge, um in die Welle hineinzukommen und aufzustehen, den Take Off zu machen. Dies gelang mir mit Bravour, ich glitt die glitzernde fast senkrechte Wasserwand entlang………..gefühlt endlos.

Mir gelang es sogar, in der Welle etwas hoch und runter zu fahren. Ein Wahnsinnserfolg.

Danach wurde ich beim Hinauspaddeln mehrmals von dicken Brechern gewaschen und herumgewirbelt, so dass ich nicht mehr wusste, wo oben und unten war. Salzwasser in Nase und Ohren, aber das kenne ich auch von anderen Tagen am Atlantik. Es war mir nicht mehr möglich, über die riesigen senkrechten Brecher aufs Meer hinter die Brechungszone zu kommen. Immer wieder spülten sie mich zurück Richtung Strand.

Voller Adrenalin surfte ich eine letzte kleine Welle bis zum Strand und beendete die Surfsession für den Tag. Denn man soll immer dann aufhören, wenn es am schönsten ist.

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Strahlend geht es aus dem Wasser nach einer gelungenen Surfsession

Voller Stolz ging ich zum Campingplatz zurück und verkündete, dass ich mich 2020 für die Deutschen Wellenreitmeisterschaften in Frankreich anmelden werde. Im September dieses Jahres waren wir ja vor Ort, als der Wettkampf stattfand, und bei den Frauen über 40 hätte ich gute Chancen!

Shoppingtour, Haushalt und Strand

Da wir ja am Vortag lediglich Obst und Gemüse in rauen Mengen auf dem Markt eingekauft hatten, mussten nun die sonstigen Lebensmittel besorgt werden, weshalb wir wieder nach Oliva zum Aldi und Consum geradelt sind. Im Anschluss haben wir noch die restliche Wäsche gewaschen, da es die nächsten Tage regnen soll, und so sind wir erst einmal „bei“ (Kommentar Sonja: „Das sagt auch nur der Rheinländer.“). Sonja war, während ich mich um die Wäsche gekümmert habe, auf dem Meer SUPen. Der Tag war ausgesprochen warm und sonnig, die Temperaturen erreichten noch einmal 23°C, und der Wind war auch relativ schwach, kurzum ein Sommertag zum Novemberabschluss. Natürlich sind wir dann auch noch am Strand spazieren gegangen und erneut SUPen. So geht der Tag dann verdammt schnell vorbei, ohne „besondere“ Aktionen. Daher heute nur ein ganz kurzer Bericht, und ich habe tatsächlich kein Foto gemacht! 😉

Ein typischer Tag am Campingplatz… fast

Heute früh war das Wetter schon sehr gut, so dass Sonja beschloss, eine Runde am Strand laufen zu gehen. Parallel dazu habe ich dann eine weitere Waschmaschinenladung gewaschen und aufgehängt. Parallel noch mit den Gärtnern verhandelt, die hier die Hecken und Bäume schneiden, dass die das um unsere Parzelle herum vor bzw. nach dem Trocknen der Wäsche erledigen. Nach der ersten Schneideaktion habe ich dann noch schnell die Äste weggeräumt, damit nicht irgendein netter spanischer Landschaftsgärtner an der aufgehängten Wäsche entlang aufräumen muss, und damit die Waschaktion hinfällig wäre. Ich musste dabei unweigerlich an eine Gegebenheit aus meiner frühesten Kindheit denken, die sich aber in mein Hirn irgendwo ganz tief eingebrannt haben muss: Meine Eltern waren mit mir (damals 2 oder 3 Jahre alt) in Italien im Urlaub, und immer wenn meine Mutter Wäsche zum Trocknen auf die Leine gehängt hatte, pflegten die netten Menschen dort, eben unter der besagten Leine Rasen zu mähen. Keine Ahnung, warum ich mich an solch einen Blödsinn erinnere, aber außer dieser Szene ist mir nur das rostige Geländer an der Treppe zum Strand in Erinnerung geblieben, das ich auf gar keinen Fall anfassen durfte…

Als die Wäsche hier und heute dann auf der Leine hing, sind Sonja und ich eine Runde (ok, eher auf und ab) am Strand spaziert, natürlich nicht, ohne vorher in der näheren Umgebung unseres EU-GOs die Hinterlassenschaften der Hunde und Katzen wegzuräumen, die den gesamten Platz selbstverständlich als Toilette benutzen. Die Besitzer der Tiere interessiert das nur teilweise, denn wie immer fallen die, die ordnungsgemäß hinter ihrem Tier aufräumen, nicht auf.

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Strandspaziergang bei deutlich über 20°C und kaum Wind, daher heute auch in kurzen Hosen

Für mich das absolute Highlight war dann die Nachbarin, die sich über so viele Katzen auf dem Platz beschwerte, gleichzeitig aber auch meinte, dass sie diese selbstverständlich regelmäßig füttern und das ja auch richtig Geld kosten würde. Als ich ihr dann versuchte nahezubringen, dass die Katzen sich durch ihr mehr als reichliches Futterangebot wohl eher noch mehr vermehren würden, bzw. noch weitere Katzen angelockt werden, wiegelte sie ab, dass sei ja nicht das Problem. Die Katzen, die nun mal schon da wären, dürften aber doch nicht verhungern, und sie hätte noch nie eine Maus oder Ratte hier gesehen, so dass das ohne Ihr Futter ganz sicher eintreten würde. Da müsste „man“ sich anderweitig drum kümmern. Irgendjemand sollte die halt einschläfern lassen oder zumindest kastrieren. Manchmal frage ich mich schon, wie Menschen mit dem Intellekt eines Weißbrotes so alt werden konnten, aber nett und freundlich ist sie, die Nachbarin, und vielleicht war sie früher auch mal besonders hübsch?!?… Ich musste unweigerlich an den Evolutionsökologen Prof. Dr. K. P. Sauer aus Bonn denken, bei dem ich Montag morgens um 8 Uhr die ein oder andere Vorlesung  an der Uni genießen durfte. Ich meine mich zu erinnern, dass Nahrungsangebot und Evolution  irgendwie zusammenhängen, aber wahrscheinlich habe ich einfach keine Ahnung von Katzenevolution.

Bevor ich noch ein Schleudertrauma vom Kopfschütteln bekommen habe, bin ich dann mit Sonja (die sich geschickterweise im EU-GO dem Gespräch entzogen hatte) erneut eine Runde strandspazieren gegangen, und wir haben – wie die Kinder – einen Ball zwischen uns hin- und her geworfen und dabei den Abstand immer weiter vergrößert. Ging noch ganz gut…

So geht also ein ganz normaler unnormaler Tag auf dem Campingplatz zu Ende, und wir haben eigentlich nichts besonderes unternommen. Auf das von Sonja immer wieder  gezauberte leckere Essen gehe ich jetzt nicht explizit ein, aber natürlich ist dieses „Zaubern“ ganz schön zeitintensiv, und ich weiß das sehr zu schätzen!

In Portugal gen Osten (Lagos – Alvor -Portimão – Vilamoura – Faro)

Nach einer ruhigen Nacht in Lagos sind wir rechtzeitig losgefahren und bereits gegen 10 Uhr am Strand von Alvor entlang spaziert und haben dort die wirklich beeindruckenden Felsformationen angesehen. Die Uhrzeit war sehr gut, denn es herrschte Ebbe, und so kamen wir auch in die nächsten Buchten trockenen Fußes hinein. Das Meer hat im Laufe der Zeit nicht nur Höhlen oder einzeln stehende Felsen ausgewaschen, sondern auch mehrere Torbögen. Auch wenn die Sandsteinfelsen recht stabil aussehen, sollte man vorsichtig sein, denn an mehreren Stellen war zu erkennen, wie die Erosion ganz praktisch vonstatten geht. Und damit aus Erosion nicht Evolution wird, haben wir zumindest versucht, uns so weit es ging von den Felsen fernzuhalten oder zumindest die Aufenthaltszeit im potentiellen Einsturzbereich gering zu halten.

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beeindruckende Sandsteinfelsen am Strand von Alvor, bei Ebbe auch trockenen Fußes zu besichtigen. Sonja ist auch auf dem Bild, so sind die Dimensionen abzuschätzen…
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Die Bögen haben schon beeindruckende Ausmaße und sehen aus, wie auf den Stand gestellt

Im Anschluss sind wir nach Portimão weitergefahren und haben unseren EU-GO am LIDL-Parkplatz abgestellt, denn die LIDL-Supermärkte haben in Portugal recht häufig spezielle Parkplätze für Reisemobile, auf denen man sogar übernachten darf. Wir haben allerdings nur einen Stadtrundgang durch diese – nun ja – architektonische weniger reizvolle Stadt gemacht (sie ist einfach grottenhässlich mit ein paar schönen Stränden und viel Touristensouvenirläden), bevor wir natürlich dann beim LIDL auch unsere Vorräte wieder aufgefüllt haben. Der fast acht Kilometer lange Rundgang war dann auch noch ungeplant anstrengend, da das Thermometer die 25 Gradmarke deutlich überschritt und das bei mehr als 80% Luftfeuchtigkeit.  Die meisten Leser werden nun in Deutschland bei Regen und Temperaturen unter 10 °C sitzen und sich denken: „Wie gerne würden wir jetzt schwitzen“.  So ist das eben… Das Wetter ist nie richtig 😉

Weiter ging es über Amação de Pêra, wo wir an der Küste mit Blick aufs Meer eine kurze Pause zum Frühstücken einlegten, bis nach Vilamoura. In Vilamoura trifft sich alles, was Geld hat (oder zumindest gerne so tun möchte, als ob…). Wenn die Yachtgröße für Monaco nicht gereicht hat, kann man hier den „tollen Hecht“ spielen. Entsprechend laufen um die Marina auch viele besonders coole, teils stark gealterte Machos und ebensoviele oder mehr aufgespritzt und gestraffte (ehemalige) Schönheiten und lassen sich in den Restaurants und Bars kulinarisch verwöhnen, um den ehemaligen Astralkörper noch etwas weiter vom Idealzustand zu entfernen. Wer etwas Authentisches sucht, ist in Vilamoura sicherlich nicht richtig. Ein bisschen Kitsch mit Phantasialandatmosphäre passt dann schon eher… Wir waren froh, wieder weiterfahren zu dürfen.

Allerdings haben wir, als wir gerade den Motor wieder gestartet hatten, eine Nachricht von einer ehemaligen Kollegin – der lieben Stefanie – bekommen, dass sie nebst ihrem Gatten ebenfalls in Vilamoura angekommen ist, um es sich noch einen Tag im Hotel richtig gut gehen zu lassen, bevor es dann wieder zurück nach Stuttgart geht. Selbstverständlich sind wir dann noch zu Ihrem Hotel gefahren, was mit unserem „Kleinwagen“ durchaus sportlich war. Wir haben dann einfach mitten im Wendehammer vor dem Hotel geparkt und uns kurz mit den beiden getroffen. Die Hotelangestellten waren völlig entspannt… Wenn die Polizei käme, sollten wir einfach sagen, dass wir zum Hotel gehören, dann wäre das schon ok…

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Ein weiteres Wiedersehen, diesmal mit meiner (Marc) lieben Ex-Kollegin Stefanie

So jedenfalls hat der Abend mit einem weiteren Wiedersehen seinen Abschluss gefunden, wobei nicht ganz, denn wir sind ja noch bis Faro gefahren, um dort zu nächtigen. Auf dem Weg dorthin haben wir noch Orangen eingekauft, für die diese Region berühmt ist, und Sonja hat dann abends noch eine Jongliereinlage hingelegt.

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Sonja jongliert im EU-GO mit den riesigen Orangen aus Albufeira, natürlich ohne Unfall…

Von der Westküste über Luz nach Lagos – mit überraschendem Treffen

Als wir heute morgen an der Praia do Amado aufwachten, konnten wir kaum die anderen Wohnmobile erkennen, so nebelig war es. Anschließend fing es dann sogar an zu tröpfeln… So ein Wetter… OK, als ich dann eine Email von der Mosel bekam, in der unter anderem eine Temperatur von 0 Grad erwähnt wurde, ging es uns doch gleich viel besser, hatten wir doch die 18 Grad Marke in der Nacht nicht unterschritten, und im Auto war es eher zu warm als zu kalt. Da jedenfalls an größere Aktivitäten erst einmal nicht zu denken war, haben wir in aller Ruhe gefrühstückt, etwas gelesen und anschließend beide mit warmem Wasser in unserer wohnmobileigenen Dusche geduscht – Das ist wahrer Luxus.

Anschließend sind wir dann an den Strand gegangen und haben Heike und den anderen Surfern noch einmal bei Ihrem Kurs zugesehen, denn der Nebel hatte sich etwas gelichtet, und es tröpfelte nur noch sehr vereinzelt. Gleichzeitig nutzen wir die Gelegenheit und haben uns verabschiedet, denn wir wollen nun doch die Südküste der Algarve weiter erkunden. Daher fuhren wir zuerst in das kleine Städtchen Luz und spazierten durch den Ort und am Stadtstrand entlang (natürlich nicht ohne auch die Kirche zu besichtigen, aber das kennt Ihr ja bereits von uns…).

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Die Küste unmittelbar an der Stadt Lagos bietet viele Buchten, Sandsteinfelsen und die ein oder andere Höhle.

Recht bald ging es dann schon weiter nach Lagos. Auf dem offiziellen Wohnmobilstellplatz der Stadt stellten wir das Wohnmobil ab und machten uns auf einen unserer Stadtrundgänge. Diesmal war der Rundgang nur etwas über 7 Kilometer lang, denn das Stadtzentrum ist nicht wirklich groß und sehr touristisch. Auch ein Abstecher entlang der beeindruckenden Küste mit ihren Felsformationen, die teilweise Torbögen und Höhlen bilden, war dabei eingeschlossen.

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Die Innenstadt von Lagos ist wirklich sehr hübsch, allerdings auch sehr touristisch. Man findet viele enge Gassen und schöne alte Häuser, die teilweise hervorragend wieder hergerichtet wurden.

In der Innenstadt trafen wir dann völlig überraschend und zufällig Gitta und Uli Luther-Frömel vom Lions Club Fellbach. Eigentlich hat Uli mich gefunden… woran er mich nur erkannt hat… 😉 Gitta ist aktuell die amtierende Präsidentin des Lions Clubs, dem auch ich angehören darf – auch wenn aktuell ziemlich wenig aktiv. Auf diesem Wege herzliche Grüße an die anderen Freunde des Lions Club Fellbach!

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Gitta und Uli, Freunde aus Fellbach, die uns überraschenderweise in der Fußgängerzone von Lagos angesprochen haben… Die Welt ist klein…

Nach dem Stadtrundgang haben wir lediglich noch zu Abend gegessen und die nächsten Tage geplant. OK, zuerst haben wir das Wohnmobil ordentlich durchgelüftet, denn es herrschten im Inneren tropische Temperaturen von weit über 25 Grad, aber das ist viel besser als im deutschen Herbst zu frieren… Natürlich „musste“ auch dieser Artikel  noch geschrieben werden. Aber wir sind wirklich froh, dass so viele Menschen mit uns virtuell mitreisen, so dass wir Euch alle auch bestmöglich mit Informationen versorgen wollen. Lasst gerne auch den ein oder anderen Kommentar oder Tipp da, wir freuen uns!