Sri Lanka Tag 2: Der erste vollständige Tag in Weligama

Nach einer ersten warmen Nacht haben wir heute recht lange, nämlich bis etwa 10 Uhr Ortszeit geschlafen. Da das aber etwa 5:30 Uhr deutscher Zeit entspricht, war es dann doch wieder nicht so lange…

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Pension mit Ei, Bananen und Ananas sind wir zu einem Erkundungsspaziergang am Strand entlang aufgebrochen. Zuerst sind wir vom Zentrum Weligamas weg und dann in Richtung der Stadt spaziert. Vorbei an vielen bunten Fischerbooten und der ein oder anderen kleinen vorgelagerten Insel kamen wir dann an den Hauptsurfstrand, an dem sich hunderte von Surfern tummelten. Die Surfbretter gibt es dort in praktisch allen Größen und Formen zu leihen, auch wenn der Schwerpunkt ganz klar im Anfängerbereich liegt. Da die Temperaturen aber um die Mittagszeit die 30 Grad Marke erreicht haben und die Sonne erbarmungslos auf uns herab brannte, haben wir auf das Surfen erst einmal verzichtet… was nicht so schwierig war, denn wir waren beide hundemüde. Allerdings durften wir schon herausfinden, dass die Brettmiete pro Stunde sagenhafte 250 Rupien beträgt, was etwa 1,25€ entspricht. Die eigenen Bretter nicht mitzunehmen war also in jedem Fall die richtige Entscheidung.

Fischerboote mit teils interessanten Werbeanstrichen am Strand von Weligama. Das Sonja das Ende der Surfevolution darstellt, habe ich schon länger vermutet…
Es gibt wieder viele Fischerboote, auch wenn sehr viele bei der großen Tsunami an Weihnachten 2004 zerstört wurden.

Anschließend gingen wir in der Stadt noch Wasser (15 Liter) kaufen und Geld am Automaten abholen. Die Gebühren betrugen 450 Rupien, was etwa 2,25€ entspricht. Überrascht hat uns der Höchstbetrag, den man abheben konnte, da dieser einem Gegenwert von 1000€ entspricht, was in einem Land mit recht niedrigem Preisniveau eher untypisch ist.

Auf der Suche nach frischem Obst steuerten wir eine Saftbar an, die einem Schweizer gehört, der auch gerade vor Ort war und uns ein wenig über seinen Laden und die Angestellten erzählt hat. Nebenbei tranken wir noch superleckere frisch gepresste Fruchtsäfte, die wir uns selbst zusammenstellen durften. Ich entschied mich für eine Mischung aus Papaya- und Ananassaft mit einem Schuss Limone. Sonja fügte noch Kokosnuss hinzu. Der Preis von 50 Cent pro Getränk ging mehr als in Ordnung, vor allem wenn man die Arbeit bedenkt alle Früchte frisch zu öffnen und die Mixer, Gläser usw. anschließend wieder zu spülen. Es wurde außerdem streng darauf geachtet, dass nur abgepacktes Eis und Wasser verwendet wurden und nicht etwa – das für europäischen Mägen eher ungeeignete – Leitungswasser.

Sonja mit dem frischen Fruchtsaft. Im Hintergrund der einheimische Mitarbeiter und der Schweizer Besitzer. Das Obst ist nicht nur Deko, sondern wurde frisch von der Theke weg verarbeitet.

Anschließend haben wir uns ein wenig ausgeruht und Sonja wollte anschließend unbedingt noch eine Stunde surfen gehen. Ich bin mit ihr an den Surfspot spaziert und habe zugesehen, wie sie doch recht viele Wellen „erwischt“ hat, obwohl es noch einmal voller als am Morgen war. Als dann die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es sehr schnell dunkel und wir erreichten in der letzten Dämmerung unser Hostel. Die Dusche bietet nur „kaltes“ Wasser, was aber völlig ok ist, denn kalt bedeutet eben auch dabei etwa 30 Grad Celsius.

Da wir am nächsten Morgen zu einer Tour verabredet waren, ging es dann auch schnell ins Bett.

6. Tag Marokko: Erfoud – Tinghir – Ouarzazate

Nach dem Frühstück besichtigten wir in unmittelbarer Nähe des Hotels eine Fossilienschleiferei bevor uns die Reise durch die Hamada (Steinwüste) bis nach Tinerhir und der beeindruckenden Todra Schlucht führte. Anschließend gelangten wir über die Straße der 1.000 Kasbahs zur Filmstadt Ouarzazate. Der Ort ist als Filmstadt bekannt.

In den Werkstätten wurden aus den Steinblöcken nicht nur „einfach“ die Fossilien freigelegt, sondern teilweise wirkliche Kunstwerke erschaffen. Typisches Dorf an einer Oase Das Haupttransportmittel früherer Zeit wird auch heute noch oft eingesetzt. Die Todra-Schlucht lässt sich schlecht auf Bildern festhalten, man muss sie schon selbst erleben… Eine der gut erhaltenen 1000 Kasbahs aus dem 17ten Jahrhundert

Unter den Palmen in den Oasen wird Landwirtschaft betrieben. Der Schatten und der Schutz durch die Palmen ermöglicht auch anderen Pflanzen das Wachstum. Eine Bewässerung muss dann allerdings sichergestellt sein.
Künstliche Wasserlöcher in der Steinwüste mit freilaufendem Dromedar… es war aber insgesamt eine Herde aus zehn Tieren.

Auf nach Peñíscola

Auch wenn uns der Sonnenuntergang und der heute folgende Sonnenaufgang, den wir direkt durch unsere Frontscheibe genießen konnten, direkt am Strand sehr gut gefallen haben, wir wollten doch weiter gen Norden und die Stadt Peñíscola besuchen. Unsere Abfahrt heute war durchaus spannend, denn unmittelbar hinter dem Campingplatz lief ein Reisfeld über und flutete so die Straße. Direkt vor uns fuhr allerdings ein Kleinwagen durch die Wassermassen, und wir konnten daher erkennen, dass diese nicht tiefer als zehn Zentimeter waren und wagten uns ebenfalls hindurch. Die weitere Fahrt verlief dann über die A7 relativ entspannt, und wir kamen so schon recht früh auf dem Camping Eden in Peñíscola an. Auch wenn das Paradies ziemlich sicher anders aussieht, ist der Platz hier sehr schön, sauber, und das Füttern von Katzen ist ausdrücklich und bei Strafe untersagt (das war in Oliva ja etwas anders).

Schon bei unserer Ankunft zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite und so haben wir unser Frühstück in unseren Campingstühlen vor dem EU-GO zu uns nehmen können und nicht nur das, wir haben tatsächlich am 14. Dezember in T-Shirt und kurzer Hose nicht gefroren! Gestärkt durch Sonjas Superfrühstück sind wir dann an der Promenade zur Halbinsel und der darauf befindlichen Festungsanlage spaziert.

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Die Halbinsel wirkt wirklich wie aus dem Bilderbuch und im Dezember ist selbst am Wochenende nicht mehr viel los… eigentlich unverständlich

Die Höhenunterschiede lassen sich schon auf dem Bild erahnen, und wenn man dann durch die teils sehr schmalen Gässchen nach oben steigt, wird man mit einer grandiosen Aussicht auf den neueren Teil der Stadt belohnt.

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Der Ausblick auf beide Stadtstrände und den Hafen (links im Bild) kann sich wirklich sehen lassen

Generell beeindruckt die Sauberkeit und der Erhaltungszustand der Gebäude dieses schmucken Städtchens, zumindest wenn man sich auf den alten, auf der Halbinsel gelegenen Teil bezieht. Denn im neueren Teil der Stadt findet sich schon auch die ein oder andere Bausünde aus den 70er Jahren, allerdings alles nicht so ausgeprägt wie an manch anderem Ort.

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Auf der Meerseite schließt sich der Leuchtturm direkt an die Festung an.

Surfen am Nikolaustag

Es ist kaum zu glauben, aber wir waren heute morgen tatsächlich zum Nikolaussurfen auf dem Mittelmeer. Die Wellen waren mit etw 2 Metern draußen immer noch recht hoch und brachen auch ziemlich „close out“, also in einer Linie, so dass an das Absurfen „grüner“ Wellen nicht wirklich zu denken war. Wir haben beide recht viele Weißwasserwalzen „erwischt“ und selbst dabei schon deutlich gemerkt, dass wir an die Grenzen unserer Bretter kommen. So bin ich mit Sonjas Brett besser klargekommen als mit meinem eigenen, und auch dabei sind uns die Dinge aufgefallen, die die Bretter eben nicht leisten. Unsere bisherigen Surfbretter sind eben mehr für Anfänger ausgelegt, d.h. sie verzeihen „falsche“ Kantenbelastungen und fahren relativ ungerührt mehr oder weniger geradeaus die Welle hinab. Genau diese Kantenbelastung ist aber notwendig, um in der Welle die Richtung zu verändern. Ein Brett zu haben, das jegliche Steuerversuche ignoriert, ist auf Dauer einfach nicht zielführend, und daher freuen wir uns schon sehr auf unsere neuen Surfbretter, die ja bereits in Euskirchen bei Sonjas Eltern auf uns warten.

Nach einiger Zeit kam die Sonne richtig heraus, und sie hat wirklich spürbar gewärmt. Da die Wassertemperatur allerdings nur 16 Grad betrug, sind wir nach einer Stunde ziemlich durchgefroren aus dem Wasser gegangen und haben uns unter der warmen Dusche aufgewärmt.

Anschließend gab es dann Frühstück, und wir haben teilweise tatsächlich im T-Shirt vor dem Wohnmobil auf den Campingstühlen gesessen. Ungefähr so hatten wir uns ein Überwintern in Spanien vorgestellt. Der Regen der letzten Tage ist damit schon vollständig vergessen, und wir freuen uns auf die nächsten Sonnentage mit Über 20 Grad.

Vom heutigen Tag gibt es keine Bilder, ebenso wie es von mir keine Surffotos gibt, denn Sonja ist irgendwie immer auf dem Wasser, wenn ich auch drauf bin… Sie hat aber versprochen, irgendwann eines zu machen, vielleicht glaubt mir dann auch mal einer, dass ich ab und an auf nem Brett stehe…

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Deshalb einfach noch mal ein altes Bild (2009) von Sonja… ist auch viel schöner anzusehen ;-)…
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…und von vor ein paar Tagen… Die Technik hat sich verbessert (sowohl Sonjas Surftechnik als auch die Fototechnik), das Brett geändert, aber Sonja hübsch wie eh und je…durch meine rosa Brille!

Nach unserem obligatorischen Strandspaziergang haben wir dann noch alte Fotos angeschaut, denn hier haben wir die Zeit dazu, und wir haben beschlossen, nun jeden Abend einige Zeit Bilder anzusehen, denn etwas mehr als 52.000 befinden sich auf dem Rechner, und es kommen ja fast täglich einige – mittlerweile aber deutlich weniger – hinzu.

Markttag in Oliva und Wassersportsession

Freitags ist Markt in Oliva und zwar nicht nur ein Touristenmarkt, sondern einer, bei dem die Einheimischen sich mit Obst und Gemüse eindecken. Sowohl Qualität, Frische als auch Preis lassen sich nicht mit dem Supermarkt vergleichen. Wir sind also bereits um 8:30 Uhr mit dem Fahrrad in Richtung Oliva aufgebrochen, haben zuerst noch den Hafen angesehen und sind dann zum Markt gefahren. Dort waren wir wirklich positiv überrascht und haben weit mehr als 10 kg Obst, Gemüse und Nüsse eingekauft, dafür haben wir deutlich weniger ausgegeben als im Supermarkt. Da unsere Gepäckkapazitäten dann schon ziemlich erschöpft waren, hat Sonja nur noch ein paar Kleinigkeiten im Aldi gekauft, und wir haben beschlossen, am Samstagvormittag erneut in die Stadt zu fahren, um die restlichen Vorräte aufzufüllen, da auf dem Markt eben zum Beispiel kein Käse angeboten wurde.

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Der Markt in Oliva, immer freitags und wirklich einen Besuch wert.

Als wir zurück am Campingplatz waren, wollten unsere Nachbarn gerade mit dem Auto in den Supermarkt fahren und haben uns netterweise angeboten, noch etwas Wasser mitzubringen. Da wir größere Massen schlecht auf dem Fahrrad transportiert bekommen und wir unseren EU-GO noch einige Zeit stehen lassen wollen, haben wir das Angebot gerne in Anspruch genommen und uns 30 Liter Trinkwasser mitbringen lassen. Damit können wir noch mal etwas länger als eine Woche überbrücken.

Am Nachmittag haben wir dann unsere SUPs aus der Surfbox geholt und auf einem testweise den Sitz zum kajakähnlichen Paddeln montiert. Erstmalig haben wir die Aufpumparbeit durch unseren Kompressor erledigen lassen, der über den notwendigen Druck von einem Bar nur müde gebrummt hat (denn er schafft mehr als 8 Bar). Das Aufpumpen hat ebenso wie mit der Handpumpe etwa 10 Minuten je Brett in Anspruch genommen. Allerdings spart es zwei mal 600 Hübe mit der Handpumpe, was vor allem rückenschonender ist. Außerdem ist der Strom auf dem Campingplatz ja eh bezahlt ;-).

Als wir dann mit den beiden SUPs auf dem Meer waren, schlief der Wind komplett ein (Super!) und die Wellen wurden wieder höher (fürs SUPen weniger toll). Also Beschloss Sonja kurzerhand, noch den Wellenreiter auszupacken und eine Surfsession anzuschließen. Da ich ja sowieso schon mit auf dem Wasser war, habe ich ein paar Fotos von Sonja gemacht. Außerdem habe ich auch versucht, einige Wellen anzupaddeln, allerdings sind diese für mich und mit Sonjas Wellenreiter doch etwas sehr klein gewesen. Dafür gibt es aber einige brauchbare Bilder von Surfingsonja in Ihrem Element:

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Miniwellen und eine strahlende Sonja
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Surfingsonja die Zweite… Die Welle, auf der sie surft, ist so klein, dass sie auf dem Bild kaum als solche zu erkennen ist.

Nach mehr als einer Stunde auf und im Wasser war es uns dann doch etwas kühl, und die Sonne ging unter. Also zurück zum EU-GO und anschließend unter die warme Dusche.

Anschließend lecker Abendessen und dann ins Bett, denn morgen dürfen wir ja zum Frühstück noch eimal 20 Kilometer Fahrradfahren um einzukaufen. Außerdem wollen wir morgen eventuell noch eine Waschmaschine waschen, denn danach soll es drei Tage lang immer wieder regnen. Wir werden sehen und lassen uns überraschen.

Aus Sturm und Regen in die Sonne: St(r)andtage in Roquetas de Mar

Bereits gestern sind wir dem Sturm und Regen in Motril entflohen und nach Roquetas de Mar gefahren. Eigentlich wollten wir ja Don Cactus länger Gesellschaft leisten, aber der Sturm und die permanente Angst, von herabfallenden Ästen erschlagen zu werden, haben uns die Entscheidung leicht gemacht. In Roquetas de Mar schien tatsächlich die Sonne, und es war kaum noch Wind zu spüren. Natürlich gingen wir wieder einmal an der Strandpromenade spazieren. Am gestrigen Tag waren es nur etwa 9 Kilometer in Richtung des Stadtzentrums und zurück, wobei wir auch unsere Obstvorräte aufgestockt haben. Die Stadt verfügt neben großen, modernen Einkaufszentren, in denen es alles, was man braucht und noch viel mehr zu kaufen gibt, auch eine kleines älteres Zentrum in der Nähe des Castillos.

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Das Castillo in Roquetas de Mar

Zuerst haben wir auf einem schönen, asphaltierten Wohnmobilstellplatz gestanden. Es kam dann aber ein deutsches Pärchen vorbeispaziert, die uns auf die danebenliegende Bar aufmerksam machten und meinten, an Nachtruhe sei an dieser Stelle nicht zu denken. Da wir ja schon einmal eine solche Warnung ignoriert hatten, waren wir diesmal schlauer und sind  nach dem ersten Spaziergang und vor dem Frühstück noch ein Stück weiter gefahren, denn in der Nähe der Salinen gibt es einen weiteren, noch viel größeren Stellplatz, auch wenn der Boden unbefestigt ist.

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Der Stellplatz in Roquetas de Mar direkt am Strand sah eigentlich super aus, wäre nicht die Bar direkt nebenan… So haben wir nur den Tag über dort geparkt

Nach einem Abendspaziergang und einer längeren Lesesession war der Tag dann beendet. Einen riesigen Vorteil hat die lange Strandpromenade, denn dort sind etwa alle zwei Kilometer kostenlose Toiletten und alle paar hundert Meter Strandduschen vorhanden.

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Den Sonnenaufgang über dem Meer direkt aus unserem Fenster zu genießen… unbezahlbar!

Am heutigen Morgen haben wir zuerst den Sonnenaufgang bestaunt, der wahnsinnig schöne Farben an den Himmel gezaubert hat. Anschließend sind wir die Strandpromenade in die andere Richtung, nämlich nach Aguadulce (ja, einen Ort mit diesem Namen gibt es auch hier), spaziert. Hin und zurück waren das dann immerhin knapp 12 Kilometer Strecke. Dabei ist es uns wirklich warm geworden, und wir hätten am liebsten kurze Hosen angehabt, denn die 17°C Lufttemperatur haben sich in der Sonne und ohne Wind viel wärmer angefühlt.  So entstand dann die verrückte Idee, dass wir doch eben ins Meer springen könnten und anschließend an der Stranddusche duschen, denn das spart uns Wasser, sowie das Austrocknen der Dusche und ist wirklich etwas Besonderes. Der einzige Haken an der Sache war die Wassertemperatur des Meeres, die mit 16°C wirklich als frisch zu bezeichnen ist. Also wurde aus dem hineinspringen eher ein mehr oder weniger kontrolliertes hineingehen, schnell Abtauchen und raus aus dem Wasser. Anschließend waren wir wirklich gut erfrischt, und das kalte Leitungswasser aus der Dusche war tatsächlich deutlich wärmer. Damit hatten wir uns unser Frühstück redlich verdient.

Während des Frühstücks kam eine Dame und pries ihre Zucchini, Tomaten, Paprika und Chilis an. Nun waren unsre Vorräte diesbezüglich aber bereits wieder aufgefüllt… Schlechtes Timing. Bemerkenswert ist, dass die Dame ihre Verkaufsgespräche auf Spanisch, Deutsch und Englisch führte.

Dabei haben wir noch überlegt, wohin die Reise in den nächsten Tagen gehen soll. Nach einem Mittagsschläfchen sind wir noch in den Baumarkt und den Supermarkt spaziert und haben Material für mein „TV-Schrank-Projekt“ und Eier gekauft, die wir gestern vergessen hatten. Zurück am Wohnmobil stellten wir fest, dass wir heute etwa 22.000 Schritte gemacht und etwa 19 Kilometer zurückgelegt haben. Nicht schlecht für einen „faulen Tag“.

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Puh sind die hoch! Am Strand stehen in kleinen Gruppen immer wieder Palmen, etwas kitschig, aber uns gefällt es!

Der 10. 10. für uns immer ein besonderes Datum

Heute jährt sich der 10. 10. 2010 zum 9ten Mal. Bevor ich schreibe, warum dieses Datum für uns so besonders ist, zitiere ich lieber Sonja, die es 2016 schon einmal in Perfektion in Worte gefasst hat.

Den Artikel, wie er im Mai 2016 in der Sonderbeilage des Trierischen Volksfreunds erschienen ist, findet ihr hier im folgenden:

Sonjas Geschichte: Auf dem Surfbrett in die Ehe

Auf diesem Wege möchte ich meinem tollen Ehemann dafür danken, dass er mich immer wieder aufs Neue erobert hat — bis ich mal an der Reihe war.

Seit Anfang 2007 sind wir, Marc und ich, ein Paar. Allerdings ließ ich von Beginn an deutlich durchklingen, dass für mich eine Hochzeit nicht in Frage kommen würde. Weder kirchlich noch steuerlich hatte ich zu der Zeit Beweggründe. Als ein sehr freiheitsliebender Mensch wollte ich mich durch eine Ehe nicht einschränken lassen — obwohl ich meinem jetzigen Mann und damaligen Freund ewige Treue und Liebe geschworen hatte. Allerdings wusste ich auch, dass es ein großer Traum von Marc gewesen wäre, mich zu heiraten. Ihm war klar, da ich zu dem stehe, was ich sage und da sehr konsequent bin, hätte er natürlich nie gewagt, mich zu fragen, ob ich es mir doch noch überlegen möchte mit einer Hochzeit. Er hatte zu sehr Angst, dass ich „Nein“ sagen würde.

So vergingen einige Jahre, und im Oktober 2010 wurde mein Gefühl von „Liebe“ für ihn immer intensiver. Den größten Liebesbeweis konnte ich ihm erbringen, wenn ich ihm einen Heiratsantrag machen würde. Seine Antwort wusste ich ja schon im Voraus. Und auch, dass ich die Frage stellen müsste.

Ich ließ mir noch ein paar Tage Zeit, um das legendäre Datum 10. Oktober 2010 abzuwarten — ein Wochenende. Und somit konnte ich mir noch überlegen, wie ich es anstellen sollte. Schließlich wollte ich einen außergewöhnlichen, keinen spießigen, Antrag machen.

Wir wohnen an der Sauermündung, wo die Mosel recht breit ist und sind beide passionierte Wassersportler (Kajakfahren und Windsurfen). Daher beschloss ich im Oktober 2010, vormittags bei schönem Wetter windsurfen zu gehen. Marc half mir beim Aufbauen des Materials. Nach den ersten Metern auf dem Wasser bat ich ihn, in der Wohnung einen schwarzen wasserfesten Stift zu holen, weil ich auf meinem Surfbrett eine verblasste Linie nachziehen wollte. Nichtsahnend verschwand er in unserem Zuhause. In der Zwischenzeit zog ich ein weißes T-Shirt, das ich vorher mit einer Aufschrift präpariert hatte, über meinen Neoprenanzug: „Dies ist kein Witz…“

Als er bewaffnet mit einem Stift wieder ans Ufer kam, surfte ich auf ihn zu. Er war ein wenig irritiert, mich jetzt mit einem T-Shirt mit dem Schriftzug zu sehen. Er schaute fragend und ich stürzte mich samt Segel ins Wasser, tauchte wieder auf und zeigte ihm die Beschriftung auf meinem Rücken: „Willst du mich heiraten?“und zwei Kästchen zum Ankreuzen „Ja“ und „Nein“. Sofort verstand er, warum er den Stift in der Hand hielt und stürzte sich zu mir ins Wasser — das Kreuz machte er direkt und vor Glück kullerten die Freudentränen. „Ja“, sagte er noch.

Gut zwei Monate später heirateten wir in Dänemark.

Auch neun Jahre später kann ich mein Glück kaum fassen. Mit dieser tollen Frau den heutigen Tag in Portugal (dazu demnächst mehr) bei strahlendem Sonnenschein verbringen zu dürfen, ist einfach unbezahlbar.