Ausflug zum Yala-Nationalpark

Normalerweise steht man im Urlaub ja eher nicht so früh auf, und unser Surfen um 6 Uhr morgens sowie das damit verbundene Aufstehen um 5:30 Uhr ist jedes Mal eine Überwindung. Am heutigen Tag sollten wir bereits um 3:30 Uhr abfahren, um pünktlich zum Sonnenaufgang im Nationalpark zu sein. Also ging es bereits um 3 Uhr aus den Federn, was besonders hart ist, da die Zeitverschiebung zu Deutschland noch hinzukommt.

Nun könnte man meinen, dass wir ja während der Autofahrt hätten schlafen können, allerdings mag das für europäische Verhältnisse gelten, nicht jedoch hier in Sri Lanka, denn der Verkehr und die Fahrweise ist wirklich abenteuerlich. Nach mehreren Beinahezusammenstößen, bei Überholmanövern trotz Gegenverkehrs haben wir unseren Fahrer dazu aufgefordert, etwas zurückhaltender zu fahren, was dann auch funktioniert hat.

img_4246
Auch so kann Stau aussehen… Wasserbüffel voraus

Dennoch kamen wir nach knapp drei Stunden Fahrt rechtzeitig in Yala an und stiegen vom Toyota Prius in einen Jeep um, der uns dann in den eigentlichen Nationalpark bringen sollte. Wir hatten, wie schon bei der Bootstour, ein Fahrzeug für uns alleine. Der Fahrer war zwar recht gut im Auffinden von Tieren, allerdings konnte er nicht wirklich zwischen seinem Blickwinkel aus dem Fahrerhaus und dem der Gäste auf der deutlich erhöhten Ladefläche differenzieren, so dass er uns mehrfach vor einem Baum oder anderen Jeep parkte, ohne dass wir viel sehen konnten. Erst auf Zuruf unsererseits hat er dann die Position korrigiert.

img_4238
Manchmal waren wir auch deutlich näher dran… der Kollege scharrte schon mit den Hufen

Jedenfalls fuhren wir mit dem Jeep kreuz und quer durch den zweitgrößten Nationalpark Sri Lankas (mit einer Fläche von immerhin 1500 Quadratkilometern), immer auf der Suche nach Wasserbüffeln, Elefanten und Leoparden.

IMG_0787
Die Bienenfresser saßen häufig direkt an den Wegen und waren überhaupt nicht scheu.

Wasserbüffel und Elefanten haben wir mehrfach zu Gesicht bekommen, ebenso wie hunderte Vögel, darunter Reiher, Pfauen, Schwarzstörche, Pelikane sowie Bienenfresser und Warane, Krokodile, Wildschweine und mehrere Reh- und Hirscharten. Vom Leoparden haben wir eine recht frische Spur im Sand erkennen können, der Verursacher aber hatte sich gut versteckt. Es ist ohnehin faszinierend zu erleben, dass ein ausgewachsener Elefant etwa 15 Meter von einem entfernt im Gebüsch stehen kann, ohne dass man ihn wahrnimmt. Erst wenn sich der Riese bewegt und damit die Bäume und Sträucher in seiner Umgebung, hat man eine Chance. Dankbarerweise zeigte sich einer der Dickhäuter auf einer etwas freieren Fläche, so dass wir ihn in voller Pracht sehen konnten.

IMG_0772
Ein Elefant zeigte sich dann netterweise außerhalb des Dickichts… und der war echt groß!

Insgesamt waren wir etwa drei Stunden mit dem Jeep durch den Park unterwegs. Mehr musste dann auch wirklich nicht mehr sein, denn unsere Rücken waren von der doch recht heftigen Schaukelei ganz schön mitgenommen. Die recht sandigen Wege waren vom Wasser ausgewaschen mit teils tiefen Spurrillen, die den Jeep oft fast zum Umkippen brachten. Neben einem Gewässer direkt daneben, in dem sich Krokodile tummeln, fühlt sich das nicht besonders angenehm an. In Anbetracht der ebenfalls etwa dreistündigen Rückfahrt haben wir uns dann spontan gegen den mehr als zweistündigen Umweg nach Ella entschieden. So kamen wir noch am Nachmittag in Weligama an und konnten unsere mitgenommenen Rücken zuerst kurz im Bett liegend und dann in den warmen Fluten des Indischen Ozeans entspannen. Den Abend ließen wir dann mit einem Einkaufs- und Essengehbummel ausklingen, bevor wir hundemüde ins Bett fielen.

IMG_0776
Er hat sich ganz nett in Pose gestellt, aber leider ist der Einfall des Lichtes nicht ideal… das üben wir noch mal 😉
IMG_4214
Das Einzige, was wir von Leoparden zu Gesicht bekommen haben, war diese noch recht frische Fährte… Schade eigentlich…

Viele neue Eindrücke, Erlebnisse und Erfahrungen mit Menschen, dem Straßenverkehr und Alltag in Sri Lanka- Teil I

Nun sind wir schon eine Woche hier und haben so viel erlebt, was wir auf Europas Straßen mit unserem Wohnmobil nie hätten sehen oder erleben können. Neue Düfte, Farben, Tiere, Pflanzen, Traditionen und vieles mehr.

Wie bereits erwähnt, ist der Straßenverkehr (hier herrscht Linksverkehr, was jedoch nicht so ausschlaggebend ist) viel radikaler und wuseliger als bei uns. Nachts fahren einige sogar ohne Licht, besonders auch Radfahrer, und jeder Verkehrsteilnehmer, der genügend PS hat, um seinen Vordermann zu überholen, hat immer den rechten Blinker an, da sie ständig überholen wollen, wo es irgendwie möglich ist, sogar vor Bergkuppen und uneinsehbaren Kurven. Überholen scheint hier Glücksache zu sein, unseres Erachtens ein Spiel mit dem Leben. Wir haben viele Überholmanöver gesehen, wo ein Zentimeter zu einem Crash gefehlt hätte. Oft gibt es einen Meter Ausweichspur am Rand, wo aber auch mal eine Kuh, ein Tuktuk oder ein Mensch steht, der dann eben in solchen Fällen „hätte dran glauben müssen“. Zum Glück haben wir bisher nur einen Unfall mit einem Linienbus und einem Tuktuk gesehen. Dieses lag auf der Seite. Tuktuks ziehen also meist den Kürzeren.

So haben Marc und ich beschlossen, nach zwei unserer Ausflüge, einem im Tuktuk und einem im Auto, ab jetzt nirgendwo mehr hinzufahren, weil uns die Nummer einfach zu „heiß“ im wahrsten Sinne ist. So fahren wir nur noch einmal zu unserer zweiten Unterkunft in der nächsten Woche und am Ende nach Colombo zurück zum Flughafen, was zum Größtenteil über Autobahn geht.

Jeden Morgen, wenn wir im Dunklen gegen 5.45 Uhr Richtung Surfstrand aufbrechen, gehen wir gerne am Strand entlang, da es an der Straße zu gefährlich ist. Viele freilaufende Hunde gesellen sich immer mal wieder zu uns, sind aber zum Glück harmlos, da wir beide Angst davor haben. Das zu gehende Stück zum Surfstrand ist sicher gut anderthalb Kilometer lang, und auf dem Weg liegen viele schöne, bunt bemalte Ausleger-Fischerboote am Strand, die um diese Zeit von ihren Fischern zu Wasser gelassen werden. Hier werden diese noch mit „Manpower“ ins Wasser gezogen. Dafür sind oft sechs bis acht Männer erforderlich. Bisher wurden wir jeden Morgen von den Fischern gebeten, ihnen zu helfen. Dafür lehnen wir uns mit dem Rücken an die seitlichen Querholme der Boote und schieben im Rhythmus des Taktgebers ruckweise das Boot ins Wasser. Ab und zu wird eine kurze Verschnaufpause eingelegt, weil es wirklich sehr anstrengend ist. Nach ca. 2 Minuten ist der Kraftakt dann meist beendet. Dann haben wir unser Aufwärmprogramm fürs Surfen auch schon erledigt. Wir erleben auch täglich andere Touristen, die ignorant an den Booten vorbeigehen, obwohl die Fischer sie nett fragen. Sie sind immer sehr dankbar, wenn wir ihnen geholfen haben. Und deshalb tun wir es auch immer wieder gerne, auch wenn es sehr anstrengend ist und im Rücken ein wenig schmerzt.

img_4042
Solche Boote, die auf der anderen Seite noch einen kleinen Ausleger haben, haben wir regelmäßig als Frühsport mit ins Wasser befördert.

Sri Lanka Tag 2: Der erste vollständige Tag in Weligama

Nach einer ersten warmen Nacht haben wir heute recht lange, nämlich bis etwa 10 Uhr Ortszeit geschlafen. Da das aber etwa 5:30 Uhr deutscher Zeit entspricht, war es dann doch wieder nicht so lange…

Nach einem ausgiebigen Frühstück in unserer Pension mit Ei, Bananen und Ananas sind wir zu einem Erkundungsspaziergang am Strand entlang aufgebrochen. Zuerst sind wir vom Zentrum Weligamas weg und dann in Richtung der Stadt spaziert. Vorbei an vielen bunten Fischerbooten und der ein oder anderen kleinen vorgelagerten Insel kamen wir dann an den Hauptsurfstrand, an dem sich hunderte von Surfern tummelten. Die Surfbretter gibt es dort in praktisch allen Größen und Formen zu leihen, auch wenn der Schwerpunkt ganz klar im Anfängerbereich liegt. Da die Temperaturen aber um die Mittagszeit die 30 Grad Marke erreicht haben und die Sonne erbarmungslos auf uns herab brannte, haben wir auf das Surfen erst einmal verzichtet… was nicht so schwierig war, denn wir waren beide hundemüde. Allerdings durften wir schon herausfinden, dass die Brettmiete pro Stunde sagenhafte 250 Rupien beträgt, was etwa 1,25€ entspricht. Die eigenen Bretter nicht mitzunehmen war also in jedem Fall die richtige Entscheidung.

Fischerboote mit teils interessanten Werbeanstrichen am Strand von Weligama. Das Sonja das Ende der Surfevolution darstellt, habe ich schon länger vermutet…
Es gibt wieder viele Fischerboote, auch wenn sehr viele bei der großen Tsunami an Weihnachten 2004 zerstört wurden.

Anschließend gingen wir in der Stadt noch Wasser (15 Liter) kaufen und Geld am Automaten abholen. Die Gebühren betrugen 450 Rupien, was etwa 2,25€ entspricht. Überrascht hat uns der Höchstbetrag, den man abheben konnte, da dieser einem Gegenwert von 1000€ entspricht, was in einem Land mit recht niedrigem Preisniveau eher untypisch ist.

Auf der Suche nach frischem Obst steuerten wir eine Saftbar an, die einem Schweizer gehört, der auch gerade vor Ort war und uns ein wenig über seinen Laden und die Angestellten erzählt hat. Nebenbei tranken wir noch superleckere frisch gepresste Fruchtsäfte, die wir uns selbst zusammenstellen durften. Ich entschied mich für eine Mischung aus Papaya- und Ananassaft mit einem Schuss Limone. Sonja fügte noch Kokosnuss hinzu. Der Preis von 50 Cent pro Getränk ging mehr als in Ordnung, vor allem wenn man die Arbeit bedenkt alle Früchte frisch zu öffnen und die Mixer, Gläser usw. anschließend wieder zu spülen. Es wurde außerdem streng darauf geachtet, dass nur abgepacktes Eis und Wasser verwendet wurden und nicht etwa – das für europäischen Mägen eher ungeeignete – Leitungswasser.

Sonja mit dem frischen Fruchtsaft. Im Hintergrund der einheimische Mitarbeiter und der Schweizer Besitzer. Das Obst ist nicht nur Deko, sondern wurde frisch von der Theke weg verarbeitet.

Anschließend haben wir uns ein wenig ausgeruht und Sonja wollte anschließend unbedingt noch eine Stunde surfen gehen. Ich bin mit ihr an den Surfspot spaziert und habe zugesehen, wie sie doch recht viele Wellen „erwischt“ hat, obwohl es noch einmal voller als am Morgen war. Als dann die Sonne hinter dem Horizont verschwand, wurde es sehr schnell dunkel und wir erreichten in der letzten Dämmerung unser Hostel. Die Dusche bietet nur „kaltes“ Wasser, was aber völlig ok ist, denn kalt bedeutet eben auch dabei etwa 30 Grad Celsius.

Da wir am nächsten Morgen zu einer Tour verabredet waren, ging es dann auch schnell ins Bett.