Der erste Advent auf dem Campingplatz

Heute war dann der erste Advent. Auf einem deutschen Campingplatz dürfte man das Ganze wohl als Wintercamping anpreisen. Hier – trotz desselben Datums – irgendwie nicht so wirklich, denn bei Temperaturen um die 20°C, teilweise bei Sonnenschein, fühlt es sich nicht nach Winter an. Wir haben heute den Tag mit zwei ausgedehnten Strandspaziergängen verbracht, bei denen teilweise ein T-Shirt als Oberbekleidung absolut ausreichend war.

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Bei unserem Abendspaziergang hatten wir den Strand fast für uns allein, was für einen Sonntag ausgesprochen ungewöhnlich ist, aber vermutlich glauben die Menschen dem Wetterbericht, der Regen bereits ab 16 Uhr vorhergesagt hat, mittlerweile mehr, als dem Blick aus dem Fenster.

Unsere SUPs wurden samt Zubehör wieder in der Dachbox verstaut, denn die nächsten Tage soll es nicht nur regnen, sondern auch der Wind soll recht kräftig werden. Außerdem sagen manche Wellenvorhersagen bis zu 4 Meter hohe Wellen voraus. Wir sind jedenfalls gespannt… Die Wellenreiter haben so ihren Weg auch noch nicht auf das Dach gefunden. Der Grund ist sehr einfach: Zum einen können wir uns gut vorstellen, diese in den nächsten Tagen noch einmal zu nutzen, und zum anderen werden diese ja außerhalb der Dachbox auf dem Dachgepäckträger transportiert. Damit ist es nicht entscheidend, ob die Bretter nass oder trocken sind. Die SUPs hingegen werden zusammengerollt (wir haben aufblasbare SUPs), und daher sollten sie trocken und einigermaßen sauber sein, zumal sie in der Dachbox verstaut werden und da ja auch noch eine Menge andere Sachen drin sind, die nicht nass werden und vor allem nass bleiben sollten. Daher also unsere Vorsichtsmaßnahme, die Bretter in gut abgetrocknetem Zustand zu verpacken, obwohl wir vielleicht doch noch länger hier bleiben, das entscheiden wir aber spontan. Bei viel Wind sind die Bretter in jedem Falle besser in der Box aufgehoben, denn so können sie nicht wegfliegen. Auf dem Campingplatz 🏕 haben die meisten Dauercamper nun auch die Weihnachtsdeko angebracht und Ihre Zelte, Wohnwagen oder Reisemobile mehr oder weniger hübsch beleuchtet. Dankbarerweise haben wir in der unmittelbaren Umgebung kein “Geblinke”, sondern nur dauerhaft leuchtende Lichterketten und sonstige Dekoobjekte wie Weihnachtssterne etc. Heute fand gegenüber bei unseren Nachbarn auch eine private  Adventsfeier von einigen Dauercampern, die sich schon länger kennen, statt. Wir haben dann auch mit “Bordmitteln” einen Adventskranz improvisiert (nicht schön aber besonders… und man muss ja auch mal verrückt sein):

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Nicht wirklich ein Adventskranz, aber das Einzige was auch nur annähernd so aussah und sich in unserem EU-GO befand… (und wir sind leider nicht von der Firma aus Atlanta gesponsert)

Unser Drei-Gänge-Adventsmenü besteht heute aus: Eisbergsalat mit Thunfisch, Mais und Käse; Blumenkohl-Kartoffel-Chorizo-Eintopf; eine süße Nachspeise nach Wahl.

Wir wünschen Euch allen einen schönen ersten Advent! Lasst gerne auch Kommentare oder Fragen an uns da… Wir freuen uns!

Surfen – Teil 2

Wie ja schon von Marc angekündigt, widme ich mich erneut meinem Lieblingsthema, dem Wellenreiten (Wenn er diese Ankündigung nicht gemacht hätte, gäbe es diesen Artikel heute sicher nicht, denn meist, wenn Marc abends die Artikel schreibt, bin ich dabei, das Abendessen zu zaubern. Und da dies immer frisch zubereitet wird, erfordert dies doch einen zeitlichen Aufwand, der nicht unerheblich ist. Da Kochen jedoch eines meiner liebsten Hobbys ist, investiere ich diese Zeit gerne: Am Ende steht ja dann auch ein großer “Genuss”auf dem Tisch, zumindest meistens!)

Da wir unsere Campingplatzauswahl immer so treffen, dass man fußläufig den Strand erreichen kann und am besten auch noch gute Wellenbedingungen hat, was man vorher jedoch nie so richtig weiß, ist es nicht immer leicht, einen solchen zu finden, der auch noch preislich akzeptabel ist. Jetzt haben wir es 500 Meter weit, was man mit dem Surfbrett locker zu Fuß zurücklegen kann.

Gestern Morgen bin ich zunächst zum Strand gejoggt, um zu schauen, ob es sich lohnt, mit den Surfbrettern zum Strand zu gehen. Die Entscheidung war schnell getroffen, denn es war absolut windstill, und es lief eine kleine saubere Welle an den Strand. Für Marc wäre sie wahrscheinlich etwas zu klein, meinte ich zu ihm, denn für ihn müssen die Wellen mehr Schubkraft haben als für mich. Dennoch entschied er sich mitzukommen. Als wir ankamen, sahen die Wellen noch besser und größer aus, und mit unseren Neoprenmützen wurde uns auch nicht kalt. So hielten wir es tatsächlich über eine Stunde im Wasser aus. Die Wellen brachen immer sehr dicht am Strand, so dass man die Wellen nie weit absurfen konnte, da man sonst die Finnen in den Sand gerammt hätte, und man musste die Wellen auch immer direkt schräg anpaddeln, da man sonst zu schnell am Strand gelandet wäre. In diesen kleinen steilen Wellen lässt sich das “Aufstehen”, der Takeoff, nach dem Anpaddeln immer sehr gut üben, da er sehr schnell erfolgen muss. Und da man nie weit surfen kann, wiederholt man diese Bewegung einfach ziemlich oft, so dass man den Bewegungsablauf irgendwann automatisiert. Verglichen ist es mit stupidem Tonleiterspielen beim Klavierüben, so habe ich es empfunden. In dieser einen Stunde haben wir so viele Wellen erwischt, wie wir es uns niemals erträumt hätten. Fast jede angepaddelte Welle haben wir erwischt. Die Stimmung war mystisch, der Himmel leicht grau, dunkle Wolken vor der Bergkulisse hinter unserem Campingplatz, was man vom Wasser aus gut sehen konnte. Hinten rechts von unserer Wasserperspektive aus (also südlich) am Horizont das Atlasgebirge von Marokko und vor uns ein Strand und das Meer für uns alleine. Die Surfsession hatte sich für uns so richtig gelohnt, denn auch Marc hat sogar mit meinem kleineren Brett tolle Wellen erwischt. Da ich ja schon zehn Jahre längere Surferfahrung hinter mir habe, kann ich behaupten, dass er dieses Jahr (genau wie ich!) enorme Fortschritte gemacht hat im Gegensatz zu den Jahren davor. Kein Wunder, denn sonst stehen wir jedes Jahr nur 10 Tage auf dem Brett, und dieses Jahr schon mehrere Wochen immer mal wieder.

Heute Morgen war ich dann erneut auf dem Wasser. Die Bedingungen waren nicht so gut, Marc fühlte sich nicht fit, von daher hat er mich nur als “Trainer” und Fotograf begleitet. So kann ich mir dann auch immer mal meine Technik und Haltung anschauen.

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Eine kleine hüfthohe Welle, die ich im grünen Bereich (das Weißwasser, also der brechende Teil, ist hinter mir!) backside (ich mit dem Rücken zur Welle) absurfe

Da wir beide nun an die Grenzen unserer bisherigen Bretter gestoßen sind, haben wir uns heute nach langer Überlegung zwei neue Bretter im Internet bestellt. Diese werden leider nach Deutschland geliefert, so dass wir diese erst im nächsten Jahr testen können. So lange steigt dann eben die Vorfreude. Unsere bisherigen Bretter haben ein recht großes Volumen, was für Anfänger und Fortgeschrittene gut geeignet ist, weil sie gut anzupaddeln sind, und man somit die Wellen leichter bekommt. Mittlerweile haben wir soviel Übung, dass wir mit kleinerem Volumen auskommen, und wir somit ein etwas “spritzigeres” Brett surfen könnten. Bei unserem Ausflug nach Tarifa haben wir uns ja wieder intensiv mit den verschiedensten Brettarten-und Größen auseinandergesetzt, dass wir endlich die für uns passenden Modelle gefunden haben. Wir freuen uns jetzt schon darauf, die neuen Bretter nächstes Jahr testen zu können.

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Zufrieden nach einer erfolgreichen Surfsession

Und das wird mein neues Brett ein Torq Hybrid 6″4′:

und auf dieses Torq Funboard 7″6′ darf Marc sich freuen:

Wieviele Bretter braucht der Mensch – oder zumindest wir beide…

Ja, das ist allerdings ein Thema, das uns umtreibt, denn in (noch) unserem Keller tummeln sich:

  • 3 Windsurfbretter
  • 3 Wellreitbretter
  • 2 SUPs (Stand up Paddlebords)
  • 2 Kajaks
  • 2 Kiteboards

Nun stellt sich natürlich die Frage, welche dieser Bretter und des dazugehörigen Materials nehmen wir überhaupt mit. Aktuell ist geplant, “nur” die Kitesurf-Ausrüstung, die Wellenreiter und die SUPs mitzunehmen.

Bei den Wellenreitbrettern hält sich das notwendige Zubehör ziemlich in Grenzen, denn außer den Leashes (Sicherheitsleinen, um die Bretter am Fuß zu fixieren) und Wachs für den stabilen Stand sowie die passenden Finnen benötigen wir nicht viel. OK, jedes der Bretter steckt in seiner passenden Hülle und kann so direkt auf dem Dachgepäckträger befestigt werden.

Die Kiteboards sind eigentlich ja nur ein Teil des Materials, denn die Schirme (wir haben 9, 12 und 16 qm) sowie die Bars und Leinen, sowie die notwendige Pumpe nehmen mindestens genau so viel Platz in Anspruch. Trapeze sind ebenfalls unverzichtbar. Wir gehen davon aus, dass dieses Material in unsere Dachbox wandert.

Die SUPs sind aufblasbar und daher trotz ihrer Länge von 3,20 Metern relativ kompakt zu transportieren (je etwa 90 x 50 x 20 cm). Die notwendigen Paddel sind da schon etwas sperriger (vor allem, wenn man so lang geraten ist, wie ich das mit deutlich über 2 Metern bin). Zusätzlich werden wir, um nicht ganz auf das “Paddeln im Sitzen” verzichten zu müssen, noch Kajak-(Doppel-)Paddel mitnehmen und haben zusätzlich Sitze für die SUPs erworben, die wir dann unterwegs ausprobieren werden. Wo die SUPs in unserem Auto einziehen werden, ist aktuell noch nicht klar. Als absoluten Luxus haben wir uns zusätzlich noch einen Kompressor gegönnt, der das Pumpen von Hand zumindest ab und an ersetzen soll. Es sind etwa 600 Pumphübe sind notwendig, um eine ausreichende Luftmenge in die Bretter zu bekommen, und das kostet schon ziemlich Kraft.

Zusätzlich zu diesen Wassersportgerätschaften ist natürlich die entsprechende Bekleidung notwendig. Daher werden wir wohl jeder zwei verschieden dicke, lange Neoprenanzüge und jeweils einen Shorty mitnehmen. Das Ganze wird dann noch ergänzt durch Sonnenbrillen, Neoprenschuhe, ggf. Handschuhe und Sonnenhüte oder Neoprenmützen. Die häufiger benutzten Anzüge werden wohl in unserer Garage einen Platz finden, die Reserveklamotten wandern sicher auch in die Dachbox.