Wir nähern uns Afrika… Natürlich entlang der Küste Aguadulce – El Palmar – Valdevaqueros

Am heutigen Tag sind wir aus Aguadulce weiter gefahren und haben zuerst das schöne Surferörtchen Al Palmar besucht. Dort haben wir verschiedene Surfläden aufgesucht und einen tollen neuen Neoprenanzug für Sonja gefunden, denn ihr bisheriger ist nach 10 Jahren des Gebrauchs schon ziemlich verschlissen und unbeweglich geworden. Eigentlich wollten wir uns aber verschiedene Surfbretter genauer anschauen und die Unterschiede erklären lassen. Um diese dann probezusurfen, wären wir sogar gerne dort geblieben, aber die Distanz vom Campingplatz zum Strand beziehungsweise zum Surfshop, wo man die Bretter leihen und ausprobieren konnte, war mit deutlich über einem Kilometer einfach zu groß. Eine solche Distanz geht man eben doch nicht mit Surfklamotten und ggf. Brett entlang einer Straße. So sind wir dann kurz nach Mittag und unserem Frühstück, schweren Herzens weitergefahren.

img_2499
Der Strand von El Palmar, wirklich schön und endlos lang… 

Anschließend haben wir noch unsere Obst, Gemüse und vor allem Trinkwasservorräte aufgefüllt (diesmal als gute Deutsche im Aldi ;-)) und haben uns auf die Suche nach der nächsten Übernachtungsmöglichkeit gemacht. Dabei waren wir unter anderem am Campingplatz Bahia de la Plata, der wirklich sehr schön, direkt am Strand gelegen ist. allerdings sind die kleinen Parzellen wirklich sehr klein, nämlich nicht mal 5 Meter tief, so dass selbst ein VW-Bus Schwierigkeiten hat darauf zu stehen. Die großen Parzellen hätten 28 € pro Nacht gekostet und das war uns dann doch zu viel, denn eigentlich nutzen wir ja lediglich die Duschen und Toiletten… Wir haben zwar beides im Auto, aber es ist schon sehr großer Luxus eine Dusche mit unbegrenzt warmem Wasser zu haben, die man anschließend nicht austrocknen (und vorher nicht ausräumen) muss. Unsere Toilette versuchen wir ausschließlich für das “kleine Geschäft” zu nutzen, denn den anderen Geruch muss man nicht unbedingt direkt im ganzen restlichen Haus (direkt neben Küche und Bett) haben… Daher sind wir dann weitergefahren. Einen anderen Campingplatz haben wir schon im Vorbeifahren aussortiert, denn die Lage direkt an der Hauptstraße wäre vielleicht noch ok gewesen, aber auf beiden Seiten Kuhweiden, das war dann doch das KO-Kriterium, denn Fliegen gibt es hier sowieso schon genug und in der Nähe von Kühen sicher nicht weniger. Letztlich wollten wir dann einen Campingplatz am Strand von Valdevaqueros anfahren. Das haben wir dann auch gemacht, um kurz vor Einbruch der Dunkelheit vor einem verschlossenen Tor zu stehen. Natürlich hatten wir einen Plan B (und ich meine nicht den guten Tropfen von unserem Freund Johannes Bauerle), nämlich den Campingplatz, der ebenso heißt wie der Strand anzufahren. Als wir allerdings am Ende der Straße wenden wollten, stießen wir auf einen traumhaften Parkplatz, direkt am Strand, der auch schon von einigen anderen, meist windsurfenden Wohnmobilisten, bevölkert war, und entschieden uns spontan die Nacht ebenfalls hier zu verbringen. Natürlich gingen wir noch eine kleine Runde am Strand spazieren, denn nach der ganzen Sitzerei tat ein bisschen Bewegung not.

img_2503
Der Strand von Valdevaqueros kurz nach Sonnenuntergang

Den Camping Valdevaqueros werden wir dann voraussichtlich morgen ansteuern und wenn er uns gefällt für einige Zeit zu unserem vorübergehendem Wohnsitz machen.

Besichtigung von Rota mit dem Fahrrad, Haushalt

Heute war, nachdem gestern das Auto gewaschen wurde, unsere Wäsche an der Reihe und wir nutzten das sonnige Wetter für eine Waschmaschine und das anschließende Trocknen der Wäsche auf der Leine. Vor allem für unsere Bettwäsche benötigen wir dann schon einiges an Platz. Nachdem also die Waschmaschine gelaufen war, wir gefrühstückt und die Wäsche aufgehängt hatten, machten wir uns mit den Fahrrädern auf in Richtung Rota. Direkt am Ausgang des Campingplatzes begann eine Schotterstraße, die auch schon ein heftiges Waschbrettmuster aufwies, was zum Radfahren eher weniger angenehm ist, aber immerhin einen Bezug zu unserer Haupttätigkeit am heutigen Tage aufwies. Wir waren allerdings sehr froh nach etwas mehr als einem Kilometer wieder Asphalt unter den Reifen zu haben. Nach etwa 7 Kilometern erreichten wir die ersten Ausläufer der Stadt und einige sehr schöne Strände, die windgeschützt in der Bucht liegen. Die 19 °C fühlten sich in der Sonne und ohne Wind deutlich wärmer an. An den Stränden entlang fuhren wir dann bis zum Hafen, um dann einen Abstecher in die Altstadt zu machen. Es dürfte wenige Rathäuser geben, die in älteren Mauern untergebracht sind, wie das von Rota.

img_2491
Platz mit Kirche und Rathaus von Rota (Ja, das was aussieht wie eine Festung ist das Rathaus, zumindest heutzutage)

Vom Hauptstrand der Stadt Rota kann man auch die Stadt Cádiz und deren Militärhafen recht gut sehen, der nur einige Kilometer Luftlinie entfernt liegt.

img_2490
Einer der Strände von Rota, davor die Strandpromenade und im Hintergrund die Stadt Cádiz 

Der Rückweg war wegen des heftigen Gegenwindes, den wir auf der Hinfahrt als angenehmes leichtes Lüftchen von hinten wahrgenommen hatten, dann doch ganz schön anstrengend. Und die Waschbrettpiste zum Abschluss tat ihr übriges.

Nach der Fahrradtour ging es dann daran die Wäsche abzuhängen und wieder zu verstauen, das Bett zu beziehen und im Prinzip ähnliche Dinge im “Haushalt” zu erledigen wie in einer gewöhnlichen Wohnung, nur dass unsere Wohnung eben vier Räder hat.

Sonja nutze das gute Wetter für eine weitere Surfsession, während ich lediglich etwas gelesen haben.

Ein ruhiger Tag in Aguadulce… mit Fahrzeugpflege und Surfsession

Heute wollten wir ja mal ein wenig Urlaub machen, aber so ganz untätig waren wir natürlich nicht. Nach einem kleinen Strandspaziergang ist uns aufgefallen, dass unser EU-GO mal wieder ein Wellness-Programm verdient hat.

Beim Regen der vergangenen Nacht ist einiges an Dreck vom Dach heruntergelaufen und hat die bei Wohnmobilisten überaus “beliebten” Regenstreifen erzeugt. Das Problem an den Dingern ist, dass man sie praktisch nicht vermeiden kann, und leider sind sie auch recht hartnäckig. Da der Dreck, der an den Fahrzeugwänden herunterläuft, ja auch irgendwo herkommen muss, ist oft ein schmutziges Dach die Ursache dafür, bzw. sorgt neben dem Auswaschen von Luftschadstoffen durch den Regen selbst für Drecknachschub. Wie ihr ja schon wisst, ist unser Dach für mich nicht wirklich begehbar, da ich einfach zu schwer bin, und so konnte ich mich vor diesem Teil der Arbeit erfolgreich drücken… Und Sonja macht auch einfach eine deutlich bessere Figur.

img_2485
Sonja schrubbt das Dach unseres EU-GO

Da Sonja anschließend sowieso zum Wellenreiten ins Meer gehen wollte, hat sie sich schon vorher den Neoprenanzug und Neoprenschuhe angezogen, was den Vorteil hat, dass die Füße schön warm bleiben. Wie sich dann herausstellte, haben wir unseren EU-GO gestern viel zu gut in “die Waage” gebracht, denn das Wasser blieb auf dem Dach stehen. Aber Sonja hat mit der Bürste nachgeholfen und mit 20 Litern Wasser das Dach zum Glänzen gebracht. Um das restliche Auto habe ich mich dann gekümmert, und nun strahlt der EU-GO wieder vor sich hin. Ich bin dank der Versiegelung auch mit 2 Litern  Wasser hingekommen ;-).

Wir nutzen zum Ausrichten des Wohnmobils die Auffahrkeile von Thule in Kombination mit der App WomoSet. Das Praktische an dieser App ist, dass man – nachdem anfänglich Radstand und und Spurweite ermittelt und eingegeben wurden – das Telefon einfach auf eine ebene Fläche im Wohnmobil, in unserem Falle den Tisch, legt und die App einem “sagt”, was zu tun ist. Tatsächlich kann das Ding sowohl sprechen als auch über die Apple Watch anzeigen, was zu tun ist.

img_2494
Beispielhaft Anzeige der App WomoSet. Eine App für Dumme, die das Ausrichten des Fahrzeugs wirklich zum Kinderspiel macht.

Das waagerechte Ausrichten des Fahrzeugs hat neben dem angenehmen Nebeneffekt, dass man nicht aus dem Bett kugelt, die Schrank- oder Fahrzeugtüren schlecht oder von alleine aufgehen, auch den Sinn, dass Kühlschrank, Warmwasserboiler, Heizung und Herd ordnungsgemäß funktionieren. Da Flammen bekanntlich gerade nach oben brennen, macht es Sinn, wenn diese auch die Orte erwärmen, die geplant sind. Ja, auch der Kühlschrank funktioniert mit einer Gasflamme.

Sonja war jedenfalls, während ich das Auto geputzt habe (Sonja hatte ihren Teil ja bereits erledigt), auf dem Atlantik surfen und hat tatsächlich mehrere grüne Wellen bekommen, obwohl hier eigentlich nur eine Windwelle lief, wie man sie auch zum Beispiel von der Nordsee kennt. Auf das Thema “Wellenreiten” wird Sonja demnächst gesondert noch einmal eingehen.

Vom “Ende der Welt” mit Zwischenstopp in Santiago nach Pontevedra kurz vor Portugal

Um an den gestrigen Bericht anzuschließen, gehe ich auf die Schräglage unseres Wohnmobils kurz ein, was uns wirklich nicht an einem guten Schlaf gehindert hat, also muss man es mit den Auffahrkeilen nicht so genau nehmen. Nur der Kühlschrank funktioniert besser, wenn er aufrecht steht. Nach einer geruhsamen Nacht mit einem Sternenhimmel mit Millionen Sternen (würde der Trierer sagen!) konnten wir heute Morgen aus unserem Bett den Sonnenaufgang über den Bergen beobachten. In welchem Schlafzimmer kann man gleichzeitig aus den Bett sowohl den Sonnenuntergang als auch den Sonnenaufgang sehen? Einfach genial!

img_1841
Der Sonnenaufgang in Fisterra. Sonja schaut zum Kreuz auf.

Die ersten Wanderer oder Pilger waren auch schon wieder unterwegs, um diesen von Finisterre aus zu beobachten. Wir warteten auch nicht lange und spazierten noch zum Leuchtturm und stiegen die Treppen hinab bis ans Wasser. Da war dann wirklich das Ende der Welt und das finale Ende vom Jakobsweg. Bald machten wir auch wieder unseren EU-GO startklar um in die Pilgerstadt Santiago de Compostela aufzubrechen.

Am Abend zuvor hatten wir uns eine günstige Tankstelle gemerkt, wo wir auf dem Rückweg noch einmal volltanken wollten, bevor es nach Portugal geht, wo der Sprit teurer sein soll. Ebenso gab es dort einen riesigen spanischen Supermarkt, den wir einmal auf sein Sortiment testen wollten, nachdem wir davor in einem spanischen Lidl einmal eingekauft hatten. Fazit, die Preise sind fast gleich, doch der Lidl hatte eine deutlich größere Obstauswahl. Danach ging es recht entspannt über wechselnde Autobahnen und Nationalstraßen nach Santiago, wo wir einen Stellplatz suchten. Ein Parkplatz für Busse und Wohnmobile sollte 12 Euro kosten, egal ob für eine oder für 24 Stunden, das lehnte ich allerdings kategorisch ab, weil mir das für 3 Stunden zu parken einfach zu teuer war. Also lotste mich mein Gefühl einen Berg hinauf Richtung Wald, wo Marc über eine App einen kostenlosen Waldparkplatz ausfindig machte, der zu Fuß 25 Minuten von der Innenstadt entfernt war. Zwei französischen Geschwister der Marke Chausson standen bereits auf diesem Platz, und deren Besitzer grüßten freundlich.

Nach unserem Frühstück, was heute dann erst um 14 Uhr stattfand, machten wir uns gegen 15 Uhr auf in die Stadt. Es war wirklich ein Katzensprung, und es war auch wirklich nicht viel los. Von weitem sah man schon die Kathedrale die ganze Stadt im Tal überragen. Von unserem Parkplatz aus lag uns quasi die Stadt zu Füßen. Zuerst besuchten wir eine schöne kleinere Kirche namens San Francisco, welche auf dem Weg lag, bevor wir zur Kathedrale gingen. Der Platz vor der Kathedrale war recht voll von Pilgern, die auf dem Boden saßen und ihre Füße “lüfteten” und sich von ihren Strapazen erholten. Eine nette ruhige Atmosphäre. Die große Enttäuschung kam, als wir in die Kathedrale hineingingen, alles war mit Folie verhüllt wegen Bauarbeiten. Sowohl alle Seitenkapellen, der Altar, einfach alles. Nur den engen Zugang zum heiligen Jakobus hatten sie offen gelassen, damit die Pilger ihn traditionell umarmen können. Dafür musste man Schlage stehen, was wir uns ersparten. Von außen ist die Kathedrale allerdings sehr beeindruckend, ebenfalls die Altstadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde mit ihren Säulengängen und engen Gassen.

img_1861
Die Kathedrale von Santiago de Compostela. Auf dem Platz davor viele mehr oder weniger erschöpfte und gezeichnete Pilger.

Die Stimmung war wirklich friedlich und angenehm, ich hatte erwartet, dass die Stadt von Pilgern überlaufen sei. Mit 100.000 Einwohnern ist sie auch überschaubar, so dass wir mit unserer Besichtigung in knapp zwei Stunden schon “durch” waren. Daraufhin beschlossen wir, uns wieder Richtung Meer zu orientieren, Pontevedra, unser nächstes Ziel kurz vor Portugal. Das Wetter war auch heute wieder traumhaft, über 20 Grad und Sonnenschein, so verlängert man sich den Sommer gerne. Die Stadtbesichtigung von Pontevedra steht dann morgen auf dem Programm.

Die Anfahrt hierhin war sehr anstrengend für mich (Sonja), enge Landstraßen, LKWs im Gegenverkehr, so was macht mir “latent” Stress, so dass ich mich auf den nächsten “Urlaub” freue, sprich, ein paar Tage auf einen Campingplatz zu fahren und noch mal von der Fahrerei pausieren. Wir sind jetzt genau eine Woche unterwegs (von unserem franz. Campingplatz in Moliets) und waren jede Nacht und jeden Tag irgendwo anders, wir haben so viel gesehen, dass man es erst mal wieder sacken lassen muss, und wir haben in dieser Woche die ganze spanische Nordküste (inkl. 2 Tage Picos de Europa) abgefahren und unsere Highlights besichtigt. Sehr viele und schöne Eindrücke, die wir in einem “normalen” Jahresurlaub niemals gesammelt hätten! Wir freuen uns jetzt schon auf Portugal, wo wir beide erst zweimal waren, einmal gemeinsam in Porto und jeder einmal alleine. Da wir zu unseren “Luxemburgzeiten” und in Stuttgart (Herr Illi bleibt unvergessen! (Marc)) auch sehr nette Bekanntschaften mit liebenswürdigen Portugiesen im Alltag und als Kollegen gemacht haben, freuen wir uns besonders, dieses Land zu erkunden.

Ein ruhiger Tag an der Küste entlang – sollte es werden…

Die Nacht haben wir, wie bereits gestern von Sonja beschrieben, in Muros de Nalón verbracht und tatsächlich hervorragend direkt am Meer geschlafen. Die doch recht lauten Wellengeräusche haben uns nicht im geringsten gestört, eher im Gegenteil. Sonja ist dann nach dem Aufstehen noch mal eben im Meer schwimmen gegangen, während ich zu sehr Frostbeule war. Direkt anschließend sind wir nach Coaña gefahren. Dort gibt es zwei Parkplätze, die beide über Treppen mit dem dortigen Strand verbunden sind. Wir sind zum etwas tiefer gelegenen Parkplatz gefahren, der allerdings nicht jener ist, an dem der Leuchtturm steht. Da wir den Turm dann auch aus der Nähe sehen wollten, haben uns auch 341 Stufen nicht abgeschreckt, denn genau so viele galt es zu bewältigen, um von einem Parkplatz über den Strand zum anderen zu kommen. So war das Kapitel Frühsport jedenfalls auch erledigt.

img_1736
Der Leuchtturm von Coaña und davor ein Häuschen, das aus den typischen Steinen der Küste gebaut ist, ebenso wie viele Mauern um die Grundstücke und die Dacheindeckungen

Im Anschluss sind wir danach O Vicedo an einen kleinen Strand weitergefahren und haben dort unsere Frühstückspause gemacht. Entgegen der Planung hat das aber bis etwa 13 Uhr gedauert, denn die Fahrtzeiten auf den teils sehr engen und verschlungenen Küstenstraßen sind deutlich länger als man das so erwartet. Die ein oder andere Engstelle verlangt vom Fahrer (oder der Fahrerin) doch ein hohes Maß an Konzentration. Weil es so spät war, haben wir beschlossen, nur noch zum nächsten Strand zu fahren, den wir uns ansehen wollten, zudem sollte es dort einen guten Stellplatz geben. So erreichten wir also gegen 18 Uhr den Strand von Ferrol, der wirklich ausgesprochen schön ist. Leider war vom angekündigten Stellplatz (angeblich sogar mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeit) keine Spur, mehr noch, Übernachten im Wohnmobil ist ausdrücklich verboten. Das war bislang das erste Mal, dass uns unsere Campercontact-App im Stich gelassen hat, denn zuvor waren alle Angaben sehr gut und präzise. Außerdem hatten vermutlich freundliche Einheimische auf den Asphalt des Parkplatzes noch unmissverständliche Sprüche wie “Danger” oder “Campervans not welcome” gesprüht. Da kann auch ein Traumstrand nichts gegen das unwohl Gefühl  helfen.

img_1742
Der wirklich schöne Strand von Ferrol

Daher war unser Aufenthalt dort von deutlich kürzerer Dauer als ursprünglich geplant und wir machten uns, obwohl wir beide schon recht müde waren, auf in Richtung La Coruña. Glücklicherweise sollte etwa auf halber Strecke ein sehr ruhiger und kostenloser Stellplatz in Bergondo liegen. Auch wenn die Anfahrt wieder etwas “interessant” war, haben wir den Platz dann um kurz nach 19 Uhr endlich erreicht und konnten ganz bald müde in die Kissen sinken. Der Platz direkt am Wasser ist tatsächlich wohl ganz annehmbar, genaueres wissen wir dann morgen.

img_1745
Der Stellplatz in Bergondo, definitiv mehr als nur eine Notlösung

Morgen fahren wir dann nur bis La Coruña und werden voraussichtlich auch die folgende Nacht dort verbringen… Voraussichtlich, es bleibt spannend!

Tschüss Moliets – Hallo Spanien!

Nach einer Morgensurfsession (diesmal nur von Sonja) und dem anschließenden Duschen haben wir in Moliets auf dem Campingplatz unsere Sachen zusammengepackt. Das gestaltet sich gar nicht ganz so schnell, denn nach mehr als drei Wochen ist doch vieles nicht im Fahrzustand. Die Surfbretter müssen mit Süßwasser abgespült und in Ihre Hüllen verpackt werden und auf dem Dach verstaut werden (natürlich auf den entsprechenden Polstern), die Wäscheleine wird abgehängt und die Wäscheklammern ordnungsgemäß verstaut, im Auto wird alles wieder so gesichert, dass es beim Fahren nicht durch die Gegend rutscht oder gar umfällt. Das Stromkabel will wieder aufgewickelt (und weil ich es ungerne dreckig verpacke, auch noch abgewischt) werden, die Gasflasche muss während der Fahrt verschlossen sein, der Kühlschrank dementsprechend umgestellt werden, außerdem sollten alle Fenster, Luken und Klappen verschlossen sein. Die Auffahrkeile, auf denen der EU-GO stand, müssen verpackt und zumindest grob abgekehrt werden, damit sie auch am nächsten Halt wieder für einen ebenen Stand sorgen können. Dann haben wir noch lecker gefrühstückt (unter anderem Sonjas legendären Obstsalat… lecker!!!) und Geschirr gespült.

img_1472
Sonjas Obstsalat

Nachdem das alles erledigt war, haben wir das Grauwasser (Wasser, was wir zum Beispiel zum Händewaschen verwendet haben) an der geeigneten Entsorgungsstation abgelassen und unseren Frischwassertank (natürlich mit dem eigenen Schlauch) vollständig befüllt. Die Bezahlung des Campingplatzes hatte Sonja bereits am Tag zuvor erledigt, so dass wir dann “schon” aufbrechen konnten. OK nur fast, denn die erste Kurzetappe ging in “die falsche Richtung” nämlich kurz nach Norden zum Super U in Moliets, um unsere Vorräte aufzufüllen. Tanken mussten wir nicht, denn der Tankinhalt sollte bis Spanien reichen, denn dort ist der Diesel erheblich günstiger als in Frankreich.

Als wir dann mit ausreichenden Lebensmittelvorräten gen Süden aufgebrochen waren, wussten wir noch nicht, wohin es uns wirklich verschlagen würde, denn wir haben uns bewusst nur die grobe Richtung gesetzt und wollten dann sehen, wo wir landen, bzw. erst vor Ort nach geeigneten Übernachtungsmöglichkeiten suchen. Die französische Küste bis einschließlich Saint-Jean-De-Luz kennen wir aus den letzten Jahren schon ganz gut, so dass wir keine große Lust verspürten, diese erneut aufzusuchen, zumal der Verkehr an diesem Montag gewaltig war. Einige Ortszufahrten sind zudem eher für normale PKW als für Wohnmobile geeignet, falls sie nicht sogar aufgrund von Massen oder Größenbeschränkungen verboten sind. Zudem scheint es in Frankreich (zumindest an der südlichen Atlantikküste) den Trend zu geben, Wohnmobile nur noch auf (gebührenpflichtigen) Stellplätzen abstellen zu dürfen. Das mag für eine Übernachtung ja sinnvoll und akzeptabel sein, wobei man für das reine Parken manchmal mit 14 € und mehr zur Kasse gebeten wird, was ich schon als recht unverschämt empfinde, aber um nur mal eben einen Blick auf den Strand zu werfen?!? Wir haben uns der Gastfreundschaft jedenfalls gebeugt und sind weitergefahren. So sind wir viel schneller als ursprünglich gedacht in Spanien angekommen. Mit dem Grenzübertritt ändert sich von jetzt auf gleich auch die Landschaft grundlegend. War Frankreich noch weitestgehend flach, allenfalls hügelig, sind in Spanien sofort wirkliche Berge vorhanden. Der Verkehr wird deutlich ruhiger, auch wenn es in Spanien den ein oder anderen Roller- oder Autofahrer gibt, der seinen Schutzengel ganz schön strapaziert. Wir kommen dann recht schnell nach Donostia-San Sebastián und entschließen uns spontan noch einen Stadtrundgang zu machen, da wir hinter dem Stadion einen hervorragenden Parkplatz gefunden haben, an dem auch schon einige andere Reisemobilisten Halt gemacht hatten.

img_1528
Unser EU-GO mit zwei Geschwistern aus demselben Herstellungsort

Aus dem kleinen Stadtrundgang wurde dann ein mehrstündiger Spaziergang von etwa 11 Kilometern Länge…

img_1564

Dabei durften wir feststellen, dass sich die Leichtathletik in San Sebastian offensichtlich großer Beliebtheit erfreut, denn der Trainingsplatz war voll von jungen Athleten, die auch nicht erst seit gestern dabei sind, denn die Bewegungen waren wirklich gekonnt (was wir als langjährige Leichtathleten durchaus beurteilen können). Am Fluss Urumea entlang wanderten wir so zuerst bis zum Meer und dann durch die sehenswerte Altstadt zurück Richtung Stadion. Da Bilder mehr als tausend Worte sagen, hier einige Impressionen. Wir sind abends jedenfalls hundemüde ins Bett gefallen, nicht jedoch ohne einen Obstsalat gegessen zu haben, dessen Zutaten wir teilweise in einem kleinen Geschäft auf dem Weg eingekauft haben.

img_1532
kitschiger Sonnenuntergang
img_1542
Das Rathaus mit der Bibliothek (im Keller)
img_1543
Ja, auch einen Kursaal gibt es…
img_1549
… ebenso wie nette Plätze

 

“Ich sah unseren EU-GO schon abfackeln” – Große Panik am Freitag früh in unserer neuen Wohnküche

Am Freitag Morgen ging Marc kurz in Richtung Sanitäre Anlagen auf unserem Campingplatz, während ich Wasser für einen Guten-Morgen-Kaffee auf unserem neuen Gasherd aufsetzte. Nichts ahnend wollte ich gleichzeitig auch noch die Jalousien öffnen, um Tageslicht reinzulassen. Dafür musste ich zwischen Fahrer-und Beifahrersitz turnen. Auf dem Weg dorthin, der ja nur etwa drei Meter weit ist, fing es auf einmal an, stark nach Rauch zu riechen, und ich sah sofort schon eine 30 cm hohe Stichflamme unter dem Topf aufflammen. Meine erste Reaktion intuitiv: Ich schrie aus vollem Hals um Hilfe. (Ohne Reaktion! Am besten ruft man wohl immer “Feuer” oder in Frankreich auch besser “Au secours”!) Ich stürzte direkt wieder zum Herd, drehte das Gas ab und schnappte mir den brennenden Topf. Warum er brannte, stellte ich erst fest, als ein brennender Korkuntersetzer davon abfiel, der sich nach dem Spülen am Vorabend an die feuchte Unterseite des Kochtopfs geklebt hatte. Den Topf stellte ich im Sand vor dem Wohnmobil ab und warf den brennenden Untersetzer, der auch noch in Stücke zerfiel, die jeweils einzeln brannten und Funken versprühten, aus dem Wohnmobil. Einige glühenden Stücke davon landeten im Edelstahlfeld unter dem Gasherd. Diese versuchte ich mit einer daneben stehenden Wasserflasche auszulöschen.

img_1388
Überbleibsel vom Übeltäter, der so aussah wie ein angekokelter Keks.

Wie lange die ganze Aktion gedauert hat, kann ich gar nicht mehr einschätzen, jedenfalls stellte ich fest, ob tatsächlich nicht noch irgendwo Reste von diesem Untersetzer vor sich hin glühten oder verteilt auf dem Boden herumlagen, die ich noch nicht gelöscht hatte. Auch in den Schränken darunter schaute ich nach, ob da nicht irgendeine Brandquelle hineingefallen war. Als ich der Lage Herr war, atmete ich auf und war sehr erleichtert, dass ich mit einem kühlen Kopf den Brand noch löschen konnte, denn über dem Gasherd befinden sich Hängeschränke, die sehr schnell hätten Feuer fangen können. Es stank im ganzen Wohnmobil wie nach einem Großbrand. In der Zwischenzeit kam Marc zurück, ich warnte ihn schon vor Betreten des Wohnmobils, dass alles in Ordnung sei, es nur ungemein noch nach Rauch stinke, und dass wir noch einmal Glück im Unglück hatten.

Dass es ein Freitag, der 13. war, fiel Marc erst später auf. Da wir nicht abergläubig sind, ist dies eigentlich nicht erwähnenswert. Aber vielleicht sollte man zukünftig an diesen Tagen einfach etwas sorgfältiger sein und alles doppelt prüfen. Da wir aber hier im Urlaub schon das Gefühl für Datum und Wochentag verloren haben, fiel es erst auf, als Marc auf sein Handy schaute. Die Auswirkung für mich als Küchenchefin ist seitdem, dass ich immer, bevor ich Topf oder Pfanne auf den Herd stelle, zuerst die Unterseite prüfe. Am Ende stand dann nur noch eine kleine Reinigungs- und Löschwasserentfernungsaktion auf dem Programm (Anmerkung Marc: Sonja hat den Gasbrenner selbst auseinandergeschraubt und getrocknet. Einfach eine tolle Frau!) , was zum Glück 🍀 keine Spuren hinterlassen hat. Wir konnten planmäßig noch unsere allmorgendliche Surfsession mit unseren Freunden starten. Nur ohne meinen Kaffee, jedoch sehr 😅 erleichtert!