Traumhafte Gletscherregion

Entlang des Highway 6 fuhren wir in das Dorf Fox mit seinem gleichnamigen Gletscher. Unterwegs besuchten wir einen Aussichtspunkt, um den Franz Josef Gletscher in all seiner Pracht zu bestaunen. Leider machte uns das Wetter, bzw. die tief hängenden Wolken einen Blick auf den Gletscher etwas schwer.

Im Hintergrund kann man den Gletscher erkennen, mit viel gutem Willen 😉

In Fox angekommen kannst man an einem Helikopter Rundflug über die Gletscher teilnehmen, was allerdings für uns nicht nur wegen der Kosten nicht in Frage kam. Stattdessen spazierten wir erst durch den Regenwald in unmittelbarer Stadtnähe und anschließend um den Matheson See, in dessen Wasser sich bei gutem Wetter die höchsten Berge des Landes spiegeln. Auch dabei sahen wir leider nur den Fuß der Berge und die entsprechende Spiegelung.

Der Wald wirkt durch das viele Moos total unwirklich.
Auch ohne die Spiegelung zu sehen, war der Blick auf den See und die Berge sehenswert. (Links der Mt. Tasman; rechts der Mt. Fox)

Anschließend fuhren wir in kleiner Besetzung, mit insgesamt sieben Personen über eine abenteuerliche Gravel Road zu einem Strand und besuchten dort die Hinterlassenschaften einer alten Goldmine, die seit 1942 vor sich hin rosten. Der Rückweg über den Kiesstrand war auf jeden Fall noch einmal toll, auch wenn wir keine Delfine gesehen haben.

Der einsame Kiesstrand, an dem man mit etwas Glück auch Jade finden kann…

Nach Einbruch der Dunkelheit spazierten wir dann gemeinsam in den Regenwald, um uns von den zahlreichen Glühwürmchen verzaubern zu lassen. Das war wirklich ein eindrucksvolles Erlebnis, denn anders als Europäische Glühwürmchen leuchten die neuseeländischen dauerhaft und der Wald sieht aus als würden tausend Sterne überall herum liegen und hängen.

Silvester 2019 und Neujahr 2020

Nach dem Spaziergang am Silvesterabend haben wir uns ziemlich schnell ins Bett begeben, da wir von der anstrengenden Fahrt ziemlich erschöpft waren. Der Wecker hat uns um 23:40 Uhr geweckt, so dass wir den Jahreswechsel im wachen Zustand verbringen konnten.

Den Jahreswechsel 2019/2020 haben wir in Argelès-sur-Mer verbracht. Ursprünglich wollten wir um 0 Uhr zum Strand gehen und dort ins neue Jahr feiern, aber es war uns schlicht zu kalt, denn Temperaturen im niedrigen einstelligen Bereich sind wir einfach nicht mehr gewöhnt. Außerdem haben wir keine echte Winterkleidung dabei. So sind wir beide teils kurz vor das Wohnmobil gegangen und haben den schönen Sternenhimmel angesehen, und den Rest des Abends haben wir im warmen Bett verbracht.

Pünktlich zu den Glockenschlägen um 24 Uhr (ok, es war gar keine Glocke hörbar) haben wir nach spanischem Brauch jeder zwölf Weintrauben gegessen. Das soll Glück für das neue Jahr bringen, und Glück können wir ganz sicher gebrauchen, sowohl für unsere weitere Reise, als auch für ein Leben „danach“.

Hier in Argelès-sur-Mer findet jedes Jahr am 1. Januar ein Neujahrsschwimmen statt, dass wir uns zumindest anschauen wollten. Wir sind ja sonst beide nicht wasserscheu, aber bei vorherrschenden 5°C ins 14 °C kühle Wasser zu springen und danach noch einen etwa zwei Kilometer langen Weg zurück zum Wohnmobil zu haben, das war uns dann doch zu heftig. Allerdings haben wir sie moralisch unterstützt und den vielen Badenden zugesehen. Es waren sicher über hundert Menschen im Wasser, um das neue Jahr so zu begrüßen.

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Das Anbaden 2020 in Argelès-sur-Mer vor der Kulisse der Pyrenäen und wolkigem Himmel bei eisigen Temperaturen.

Ob die Urkunde, die es dafür gab, für mache auch Motivation war, sei dahingestellt. Die weitaus meisten Teilnehmer hatten normale Badekleidung, also Badehose oder Badeanzug an, waren dafür allerdings auch mit etwas mehr Biopren (körpereigenes Isolationsmaterial, umgangssprachlich „Fett“) als wir ausgestattet. Dass das Oberflächen-/Volumenverhältnis bei etwas fülligen, möglichst großen Menschen günstiger ist, dürfte bekannt sein. Wer nun noch ein bisschen Material zum Angeben haben möchte, kann dabei noch die Bergmannsche Regel zitieren, denn was für Pinguine gilt, ist bestimmt für Menschen nicht falsch. (Hat ja niemand behauptet, dass man hier nicht noch essenzielles biologisches Fachwissen vermittelt bekommt…)

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Außerhalb des Wassers an der Strandpromenade wurde mit Musik „eingeheizt“.

Nach unserem Morgenspaziergang sind wir dann zum ausgiebigen Frühstück in den EU-GO zurückgekehrt und haben es uns bis zum frühen Nachmittag gemütlich gemacht. Ich habe dann weiter gelesen, und meine liebe Sonja ist joggen gegangen.